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Am Ende dieser Woche macht Praktikers Filiale in Krefeld-Inrath zu. Eine lange geplante Schließung, wie sie in jedem Handelsunternehmen vorkommt, aber in diesen Tagen dennoch mehr als Routine. Denn was hier passiert, steht in den nächsten Monaten in Praktiker-Filialen quer durch Deutschland an: Räumung, Schließung, Kündigung. Nicht irgendwann, sondern kurzfristig. Nicht vereinzelt, sondern reihenweise.
In Kürze soll die Schließungsliste präsentiert werden, an der das Unternehmen seit Monaten arbeitet. Dann wird Praktikers Misere noch einmal offenkundig werden. Um die 30 der 235 deutschen Filialen werden dann verschwinden und damit das Schicksal der Zentrale im saarländischen Kirkel teilen, die restlichen modernisiert und künftig aus dem Hauptquartier der Praktiker-Tochter Max Bahr in Hamburg gesteuert.
In einem letzten Versuch, die Baumarktkette vor dem Untergang zu retten, wird
Praktiker aufgespalten in eine nicht mehr zu rettende Vergangenheit und eine unsichere Zukunft.
"Warum soll jemand zu Praktiker kommen?", hatte Thomas Fox im Vorstand gefragt, als er vor vier Monaten Chef wurde. Er hatte schon Karstadt durch die Insolvenzphase geführt. Um das bei Praktiker zu vermeiden, braucht er neben viel Geld einen Ausweg aus der strategischen Klemme.
Denn die Baumarktkette hat den Umsatz über Jahre durch ihre "20 Prozent"-Rabattaktionen aufgebläht, ohne treue Kunden zu gewinnen. Seit sie die auf Dauer unrentablen Aktionen nicht mehr macht, ist er um bis zu 20 Prozent zurückgegangen. Praktiker türmt hohe Verluste auf: vor Steuern 360 Mio. Euro in den ersten neun Monaten 2011, die komplette Jahresbilanz gibt es am 29. März.