An Chinas Aktienmarkt macht sich immer größere Skepsis gegenüber dem Wachstumswunder breit. Trotz hervorragender Vorgaben aus Übersee und dem übrigen Asien büßten chinesische Papiere am Mittwoch den dritten Tag in Folge ein. Der Schanghaier Index für chinesische Festlandsaktien verlor 1,1 Prozent. Dagegen hatten europäische und US-Märkte am Dienstag sowie Asiens sonstige Börsen Mittwoch je drei Prozent zugelegt.
Geldabfluss aus Aktienfonds
Damit hinken chinesische Aktien jenen aus den USA und Europa binnen vier Wochen um rund 15 Punkte hinterher. Viele Analysten sind überrascht, da die zwei wesentlichen Belastungen für Chinas Aktien bald wegfallen dürften: Die Verbraucherpreise stiegen im November nur um 4,2 Prozent, den niedrigsten Wert seit über einem Jahr. Zudem senkte die Notenbank Ende November erstmals seit 2008 den Mindestreservesatz für Banken und ermöglichte ihnen so, mehr Kapital in Umlauf zu bringen. Viele Strategen deuten dies als Abkehr von der restriktiven Geldpolitik.
Der Aktienmarkt konnte davon kaum profitieren. Neben der Geldpolitik belasten ihn Ängste vor einer Immobilienblase und vor faulen Krediten im Banksystem. Zudem musste Chinas Notenbank den Kurs der heimischen Währung Renminbi nicht wie jahrelang üblich deckeln, sondern zuletzt sogar mit Interventionen stützen.
Ein Grund dafür: Investoren ziehen laut Daten des Fondsdatendienstleisters EPFR Mittel aus chinesischen Aktienfonds ab. "Man schaut sich die hohen Rohstoffpreise an, die fallenden chinesischen Aktienkurse und die Attacken der Leerverkäufer und fragt sich, welche Überraschung uns in China wohl drohen könnte", sagte EPFR-Analyst Cameron Brandt.