Was bewegt Märkte? Harte Fakten - und die Psychologie der Anleger. Charttechnisch orientierte Investoren glauben, aus Kursbewegungen der Vergangenheit Aussagen für die Zukunft ableiten zu können. Viele Fundamentalisten sehen es pragmatisch: Wenn Charttechniker bestimmte Marken benennen, muss ich sie wenigstens kennen. In dieser Serie beleuchten wir börsentäglich die Situation im Dax.
Nach einem Anstieg bis an die derzeit maßgebliche Aufwärtstrendgerade begannen Marktteilnehmer damit, kurzfristige Profite zu realisieren. Immerhin hat der Deutsche Aktienindex (DAX) seit dem Tief Anfang Juni bereits wieder mehr als 600 Punkte an Wert gewonnen. Die aktuelle Atempause ist für den Fortbestand der Erholung unkritisch, solange der Rücksetzer nicht überdurchschnittlich stark ausfällt.
Schon bei 6375 Punkten bietet die relativ viel beachtete 55-Tage-Linie einen ersten Haltepunkt, um 6300 Zähler fallen dann mehrere Chartmarken zusammen. Erst Verluste bis zurück unter die 6250er-Marke würden an der Stabilität des laufenden Aufwärtstrends zweifeln lassen, wobei erst ein Minus bis unter die Unterstützung bei 6080 Punkten mit hinreichender Sicherheit einen neuen Abwärtstrend einleiten würde.
Von diesen Marken ist der Index weit entfernt, so dass die aktuelle Korrektur als gute Einstiegsgelegenheit zu sehen ist. Ein erneuter Test der eingangs erwähnten Aufwärtstrendlinie bei aktuell etwa 6675 Zählern bleibt mittelfristig daher das wahrscheinlichste Szenario. Schießt der DAX darüber hinaus, findet sich noch eine schwächere Widerstandszone im Bereich der 6850er-Marke. Darüber ist der Weg dann bis zum Jahreshoch frei.