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  Neue Turbulenzen FTD-Serie: Die größten Risiken für den Finanzmarkt

Zweineinhalb Jahre nach der Pleite von Lehman Brothers geht es an der Börse wieder aufwärts, die Banken erwirtschaften solide Gewinne. Doch die Krise ist noch nicht ausgestanden. In einer elfteiligen Serie beleuchtet die FTD, wo die Bedrohungen lauern.

Merken   Drucken   18.08.2010, 12:06 Schriftgröße: AAA

Die neuen Crash-Risiken: Märkte in der Demografiefalle  

Die Einwohner der Industrieländer werden immer älter. Für Anleger ist das eine schlechte Nachricht: Sie müssen sich auf schrumpfende Renditen einstellen. Denn alte Leute hocken eher auf ihrem Geld als jüngere und setzen vorwiegend auf sichere Häfen. von Christian Kirchner  und Jörn Petring
Einfach morgens in den Spiegel gucken und Falten zählen - mehr ist nicht nötig, um eine der Ursachen der letzten Finanzkrise zu verstehen. Und womöglich auch der nächsten: Wir werden älter, viele Industrieländer drohen zu vergreisen. Und mit ihnen ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. "Demografie gleicht der Schwerkraft: Sie ist kaum zu sehen, aber ihre Effekte sind enorm kraftvoll", schreibt Anleiheguru Bill Gross von der Allianz-Fondstochter Pimco in seinem jüngsten Investmentausblick. Und geht sogar noch weiter: "Nicht nur das globale Wirtschaftswachstum, sondern die Zukunft des Kapitalismus selbst hängt vom Bevölkerungswachstum ab."
Gross' Gleichung ist so einfach wie plausibel: Mehr Menschen bedeuten auch mehr Konsumenten und einen größeren Produktionsbedarf. Zwei Entwicklungen sind laut Experten aber die Saat für ein künftig geringeres Wirtschaftswachstum und damit verbunden auch niedrigere Aktienrenditen: Zunächst wächst die Bevölkerung weltweit immer langsamer: Laut den Daten der Vereinten Nationen noch um 77 Millionen oder 1,15 Prozent pro Jahr. Doch diese Rate hat sich seit 1970 halbiert - und wird sich in den nächsten 40 Jahren nochmals halbieren. Zweitens ist das Bevölkerungswachstum ungleich verteilt: Während die Bevölkerung in Europa bis 2050 schrumpfen wird, fällt der Zuwachs in absoluten Zahlen in Afrika und Asien rund zehnmal so hoch aus wie in Nord- und Südamerika.

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