Für Roland Berger war es zumindest geschicktes Marketing. Als vor rund einem Jahr die Politik eine europäische Ratingagentur forderte, um die Macht der großen US-Agenturen zu brechen, war der Unternehmensberater schnell mit einem Konzept zur Stelle. Dass er nun trotz intensiver Suche und ordentlich PR keine Geldgeber fand, zeigt: Die Forderung, eine europäisch basierte - und europäisch denkende - Bewertungsagentur einzurichten, war rein politisch motiviert.
Warum sollte ein Unternehmer auch mehrere Millionen Euro in dieses Projekt stecken? Gewinne kann er nicht erwarten, weil es als Stiftungsmodell angelegt ist. Also nur, weil sich das die EU-Kommission und die Bundeskanzlerin ganz laut wünschen? Es war schließlich vor allem die Politik, die sich zuletzt an den Bewertungen der US-Agenturen stieß.
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Es ist kein Zufall, dass der Ruf nach einer europäischen Ratinginstitution besonders laut wurde, als S&P, Fitch und Moody's die Staatsanleihen südeuropäischer Euro-Staaten wieder und wieder herabstuften. Da boten die Agenturen sich als Sündenböcke für die Finanzlage dieser Pleitekandidaten geradezu an.
Unbestritten haben die "großen drei" erhebliche Fehler gemacht, als sie in der Subprime-Krise 2007/08 Institute wie Lehman Brothers oder riskante Konstrukte wie die Credit Default Swaps viel zu unkritisch bewerteten. Zweifellos haben die US-Agenturen eine starke Marktdominanz entwickelt, bilden sie doch praktisch ein Oligopol.
Um diese Macht zu attackieren und für mehr Wettbewerb zu sorgen, könnte die Politik nun selbst einige Hundert Millionen Euro bereitstellen, um eine Ratingstiftung zu gründen. Diese würde aber Zeit brauchen, um ausreichend Expertise und Anerkennung auf dem Markt zu erhalten. Und ihr wird der Makel anhaften, dass sie staatlich finanziert ist - was bei der Bewertung europäischer Staatsanleihen den Verdacht nährt, die Ratings könnten politisch motiviert sein.
Die andere Option wäre, die Macht der Ratingagenturen mit den Mitteln der Regulierung zu attackieren, etwa durch Einführung eines Rotationsprinzips, wie es die EU fordert.
Es liegt nun an den Regierungen und an Brüssel, sich zu entscheiden. Dass die Wirtschaft das Problem für sie löst, darf die Politik nicht länger erwarten.
.....wie soll das funktionieren, wenn es schon an den Grundlagen fehlt:
Ein Fall von zig-Tausenden:
http://www.rtl.de/cms/news/rtl-aktuell/stadtverwaltung-menden-beamter-bekam-745-000eur-fuers-nichtstun-21087-51ca-10-1088334.html
Deshalb gibt’s nur eins:
Abbau der überflüssigen Beamten und Privatisierung aller Dienstleistungen, dann herrscht endlich Wettbewerb !