Noch Mitte Mai hatte Merkel die Eigenverantwortung der Griechen hervorgehoben und unter anderem eine Anhebung des gesetzlichen Rentenalters gefordert. Mittlerweile ist aber klar geworden, dass die Hellenen trotz harter Sparbemühungen ohne weitere Hilfen pleite gehen würden. Die Bundesregierung sieht sich deshalb gezwungen, gemeinsam mit den übrigen Euro-Staaten und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zusätzliche Notkredite für Athen auf den Weg zu bringen.
Bundestag pocht auf Beteiligung der Banken
Die Regierungsfraktionen von Union und FDP gaben Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Freitag grünes Licht für die Verhandlungen über das neue Rettungspaket. Die Koalition knüpft ihre Zustimmung zu weiteren Finanzhilfen aber an mehrere Bedingungen. Neben einer Beteiligung privater Gläubiger an dem Rettungspaket fordern Union und FDP auch ein größeres Mitspracherecht des Bundestags.
Nach FTD-Informationen bereiten EU und IWF Notkredite im Umfang von 45 Mrd. Euro vor. 30 Mrd. Euro soll die griechische Regierung selbst durch die Privatisierung von Staatsbesitz aufbringen. Weitere 30 Mrd. Euro sollen durch die Beteiligung privater Gläubiger zusammenkommen. Sie sollen Griechenland nach einem Vorschlag von Bundesfinanzminister Schäuble Schulden in dieser Höhe stunden, erhielten das Geld also später zurück als zunächst geplant.