Die Inflationsrate hat in China den höchsten Stand seit 28 Monaten erreicht. Die Verbraucherpreise lagen im November um 5,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Hauptgrund ist die Verteuerung von Lebensmitteln, die im Schnitt 11,7 Prozent mehr kosten als noch vor einem Jahr. Der zweitwichtigste Faktor sind die Immobilienpreise, die um 5,8 Prozent zulegten. Beides ist politisch brisant: Aus Furcht vor Unruhen wegen der hohen Lebensmittelkosten haben einzelne Kommunen bereits Preisgrenzen eingeführt. Wegen des Immobilienbooms warnen einige Beobachter sogar vor einer Blase.
Die chinesische Regierung hatte in den vergangenen zwei Jahren den Markt mit Geld geschwemmt: Um die Folgen der Weltwirtschaftskrise zu dämpfen, legte sie ein Konjunkturprogramm auf und ordnete eine massive Ausweitung der Kreditvergabe an. Seit Anfang dieses Jahres bemüht sich Peking, die Liquidität wieder einzudämmen. Das Wirtschaftswachstum hat sich im dritten Quartal mit einer Rate von 9,6 Prozent etwas verlangsamt. Im zweiten Quartal hatte das Bruttoinlandsprodukt noch um 10,3 Prozent, im ersten Quartal um 11,9 Prozent zugelegt.