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30.05.2011, 12:47
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Mangelnde Investitionen:
Stromausfälle gefährden China-Boom
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2010 Bloomberg
Wegen der staatlich gedeckelten Energiepreise schreiben die chinesischen Kraftwerksbetreiber Verluste. Erstmals seit eineinhalb Jahren sollen Industriekunden deshalb etwas mehr zahlen. An die Haushaltstarife aber traut sich Peking nicht heran.
Wachsende Sorgen über die Stromversorgung in China belasten die Börsen des Landes. Der Leitindex Shanghai Composite schloss Montag den achten Tag in Folge im Minus. Laut dem Finanzdatendienstleister Bloomberg handelt es sich um die längste Abwärtsbewegung seit Dezember 2008. Seit erreichen des Jahreshochs am 18. April ist das Kursbarometer um elf Prozent gefallen.
Damit mehren sich die Anzeichen für eine Abkühlung des rasanten chinesischen Wirtschaftswachstums, das im vergangenen Jahr gut zehn Prozent erreichte. Die Verlangsamung hängt unter anderem mit der Straffung der Geldpolitik durch die chinesische Zentralbank PBOC zusammen, die sich seit Monaten um eine Eindämmung der Inflation bemüht. Die in Schanghai erscheinende Zeitung “Oriental Morning Post” meldete am Montag, die People’s Bank of China werde den Leitzins im Juni voraussichtlich zum fünften Mal seit Oktober erhöhen.
Wasserkraftwerke decken normalerweise ein Fünftel des Stromverbrauchs in China
Hinzu kommt die ärgste Stromknappheit seit sieben Jahren. In den trockenen Sommermonaten könnte das Produktionsdefizit wegen des drohenden Ausfalls mehrerer Wasserkraftwerke ein Ausmaß von 30 bis 40 Gigawatt erreichen, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters den Netzbetreiber State Grid Corporation of China.
Zwar verfügt China grundsätzlich über ausreichende Produktionskapazitäten, um das gesamte Land mit Energie zu versorgen. Wegen der staatlich verordneten Deckelung der Strompreise werden die Kraftwerke aber nicht voll ausgelastet. Die Nachrichtenagentur Xinhua meldete am Montag, die Tarife für Industriekunden in einigen Regionen würden erstmals seit eineinhalb Jahren um 3,5 Prozent steigen. Die Regierung reagierte damit auf erhebliche Probleme vor allem der Betreiber von Kohlekraftwerken, die rund 75 Prozent der landesweiten Stromversorgung stellen: Seit der letzten Anhebung der Strompreise im November 2009 hat sich Kohle um gut 30 Prozent verteuert.
Die Hälfte aller Kohlekraftwerke schreiben Verluste
Im ersten Quartal habe die Gewinnmarge der Betreiber durchschnittlich unter einem Prozent gelegen, sagte die Hongkonger Analystin Helen Lau von der Investmentgesellschaft UOB Kay Hian Ltd. der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Hälfte der Kohlekraftwerke mache Verluste.
Teil 2: Experten fordern allgemeine Preiserhöhung
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FTD.de, 30.05.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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