Die schwarz-gelbe Regierungskoalition erwägt, den superschnellen Computerhandel an den Börsen zu verbieten. Der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Klaus-Peter Flosbach (CDU), sagte am Mittwoch in Berlin: "Wir denken darüber nach, ob dieses Geschäft ganz untersagt werden könnte." Der Hochgeschwindigkeitshandel erfülle keine volkswirtschaftliche Funktion. Möglicherweise könne auch die geplante Finanztransaktionssteuer dabei helfen, so genannte Algo-Trades einzudämmen.
Mehr zu: Börsenmanipulation, Flash Crash, Hochfrequenzhandel
Die EU-Kommission hatte bereits im September angekündigt, den superschnellen Computerhandel schärfer zu kontrollieren. Ein entsprechender Verordnungsentwurf soll in den kommenden Monaten veröffentlicht werden. Auch US-Finanzaufseher nehmen den Hochfrequenzhandel genauer unter die Lupe.
Beim computergestützten Hochfrequenzhandel werden Aktien in extrem kurzer Zeit gekauft und wieder verkauft, um minimale Kursdifferenzen auszunutzen. Das in den vergangenen Jahren stark angewachsene Geschäft wird für die jüngsten Turbulenzen an den Aktienbörsen weltweit mitverantwortlich gemacht - auch hinter dem so genannten Flash-Crash, bei dem der US-Leitindex Dow Jones am 6. Mai 2010 binnen weniger Minuten mehr als 1000 Punkte einbüßte, könnten Algo-Trader stecken. Aufsichtsbehörden sehen darin das Risiko von Marktverwerfungen und Manipulationen.
mit Reuters