Die Spitze des Eisbergs
Angesichts dieser Zahlen kommen die Personalberater vom Fürstenberg Institut zu dem Schluss, dass der immer wieder in der Diskussion stehende Burn-out als Mitarbeiter-Kostenfaktor nur die Spitze des Eisberges ist. "Das seelische und körperliche Wohlbefinden von Mitarbeitern wird als volkswirtschaftliche Größe seitens vieler Arbeitgeber noch immer nicht in vollem Umfang erkannt", so Geschäftsführer Werner Fürstenberg. Vor allem vor dem Hintergrund, dass laut Studie das Gefühl der Belastung und Leistungsminderung im Vergleich zum Vorjahr weiter gestiegen sei, fügt er hinzu.
Der Gewinn für Unternehmen liegt daher in der Stress- und Burn-out-Prävention, wie auch der Burn-out-Experte Peter Buchenau in seinen Kabarett- und Ausbildungsprogrammen deutlich macht. Wichtig sei zudem, präventiv tätig zu werden - gerade als Führungskraft, sind auch Mediziner überzeugt. Zusätzlicher Vorteil von Gesundheitsmaßnahmen sei neben der Kostenersparnis, dass sie sich positiv auf Arbeitsatmosphäre und Zufriedenheit der Angestellten auswirke, so Tomas Stein, Kardiologe am Diagnostik-Zentrum Fleetinsel in Hamburg. "Diese beiden Faktoren sind ein wichtiger Grundstein, um Arbeitnehmer langfristig leistungsfähig zu halten und beispielsweise Erschöpfungskrankheiten vorzubeugen."
Nachwuchs will nicht nur sichere Jobs
Für die Nachwuchssuche dürften die Zahlen der Fürstenberg-Studie ebenfalls von Belang sein. Denn immer mehr Berufseinsteiger legen Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance. Jeder zweite Absolvent sieht darin sein oberstes Karriereziel, so eine Umfrage des Employer-Branding-Spezialisten Universum. Einen Burn-out der Karriere wegen zu riskieren, schließen die meisten für sich aus.
Für den Fürstenberg Performance Index 2011 (FPI) wurden in diesem Jahr zum zweiten Mal Arbeitnehmer zu Problemen am Arbeitsplatz befragt. Die repräsentative, bundesweite Umfrage wird ab Ende Juni komplett veröffentlicht.