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Merken   Drucken   17.08.2010, 12:00 Schriftgröße: AAA

Neuer Ansatz: Sprechverbot zwingt Manager zum Denken

"Zum Nachdenken bleibt mir keine Zeit." Diesen Satz haben wir von Managern eines bekannten Telekomkonzerns x-mal gehört. Das brachte uns auf eine Idee: Bei einer dreitätigen Konferenz veranstalteten wir gleich am ersten Tag ein stilles Mittagessen. von Octavius Black
Die Blackberrys mussten in den "Handy-Hort" und dann gab es ein herzhaftes Mahl nach Art der Trappisten-Mönche - mit absolutem Sprechverbot. So bekamen die Manager, was ihnen angeblich immer fehlte: Zeit zum Nachdenken.
Das Ergebnis war ein Manageraufstand. Einige hielten eine ganze Stunde Ruhe einfach nicht aus. Sie schlangen ihr Essen hinunter und liefen raus. Andere bezeichneten das Ganze als lächerliche Zeitverschwendung. Wieder andere sagten, es sei ihnen schon seit Jahren nicht mehr so schwer gefallen, eine Stunde rumzukriegen.
Was tun, wenn man plötzlich Zeit hat?
Keine Zeit - oder stimmt das gar nicht?   Keine Zeit - oder stimmt das gar nicht?
"Ich dachte immer, ich habe keine Zeit nachzudenken, aber dann musste ich feststellen, dass ich gar nicht weiß, wie ich nachdenken soll, wenn ich mal die Zeit dazu habe. Das war eine unglaubliche und auch ein wenig erschreckende Erkenntnis", sagte eine Managerin. Damit war sie nicht allein.
Hinter der Ausrede "keine Zeit" steckt häufig etwas anderes, zum Beispiel: "Das ist nicht wichtig." oder "Ich weiß nicht, wie das geht." oder "Ich zögere noch." oder einfach "Das will ich nicht."
Die meisten Unternehmen stecken voller Mitarbeiter, die seit der jüngsten Sparwelle die Arbeit wegrationalisierter Kollegen mitmachen müssen. Sie finden es vermutlich überhaupt nicht lustig, wenn ihre Klagen über zu wenig Zeit als Ausrede abgetan werden. Wie kann man ihnen also helfen, das vertrackte Zeitproblem zu lösen?
Alte Aufgaben besser nicht mitnehmen
Zunächst sollten Stressgeplagte bewusst festlegen, worauf sie ihre Zeit verwenden. Wenn Manager in einen neuen Aufgabenbereich wechseln, nehmen sie häufig Aufgaben des alten mit. Stattdessen sollten sie festlegen, was sie in ihrer neuen Rolle tun wollen, und im neuen Job maximal 20 Prozent der alten Aufgaben zulassen. Dann sollten sie versuchen, die verbleibenden 80 Prozent loszuwerden. Dabei gibt es vier Möglichkeiten: streichen, verringern, verschieben oder delegieren.
Einer frisch gebackenen Vertriebschefin, die chronischen Zeitmangel beklagte, habe ich einmal geraten, sie solle probehalber eine Woche lang nur Aufgaben erledigen, die auch tatsächlich Vorstandsaufgaben sind. Zu ihrer großen Verwunderung fiel das niemandem auf.
Keiner macht es so gut wie ich - oder?
Doch nicht alles lässt sich streichen oder verringern. Deshalb müssen sich die meisten Manager Hilfe holen. "Ich habe niemanden, an den ich Arbeit delegieren kann", heißt es dann oft. In vielen Fällen liegt das aber an der egozentrischen Einstellung, dass ohnehin niemand so gut ist wie man selbst. Wer sein Zeitproblem lösen will, muss sich davon freimachen.

Teil 2: Wie Leistungsbeurteilungen ihnen helfen können, Zeit zu sparen.

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