FTD.de » Politik » Deutschland » Alle Geheimverträge auf den Tisch, bitte!

Merken   Drucken   08.09.2010, 20:04 Schriftgröße: AAA

Atomvereinbarung: Alle Geheimverträge auf den Tisch, bitte!  

Leitartikel Die geheime Atomvereinbarung zwischen Regierung und Konzernen macht misstrauisch. Gerade in einer gesellschaftlich so umstrittenen Frage ist Transparenz gefragt - die Regierung schuldet den Bürgern Offenheit.
Wenn es ums Geld geht, hört die Freundschaft auf - offensichtlich sogar die zwischen der Bundesregierung und den großen Energiekonzernen. Es war ja richtig, dass die schwarz-gelbe Koalition es sich hat schriftlich geben lassen, dass RWE, Eon, Vattenfall und EnBW ab 2017 einen freiwilligen Beitrag zur Förderung erneuerbarer Energien zahlen wollen - als Gegenleistung für die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke. Auch klingt das, was die Öffentlichkeit aus dem Inhalt dieser Vereinbarung nun stückchenweise erfährt, nicht dumm: Zumindest hat die Regierung offenbar daran gedacht, dass die Strompreise künftig womöglich steigen könnten, und sich für diesen Fall höhere Beiträge von den Konzernen zusichern lassen.
Das eigentliche Problem an dieser Vereinbarung ist allerdings, dass sie nach dem Willen der Regierung geheim bleiben soll. Da stellt sich verständlicherweise die Frage: Was steht denn da drin, was die Öffentlichkeit nicht wissen darf?
Möglicherweise ist der Inhalt ja harmlos oder sogar vorteilhaft für den Steuerzahler, wie die Regierung nun suggeriert. Doch dann ist es umso mysteriöser, warum Kanzlerin Merkel oder die Minister Brüderle oder Röttgen ihn nicht veröffentlichen.

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  • Aus der FTD vom 09.09.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 22.09.2010 20:43:39 Uhr   Carsten Wichert: Atomlobby

    Die Regierung hat einen Geheimvertrag abgeschlossen, um die Bevölkerung nicht zu informieren was es für Absprachen gibt. Anzunehmen ist, daß privater Geldverkehr hier nun besteht, damit Atomkraftwerke weiterhin bestehen können. Es läßt sich daraus schließen, daß von den Unternehmen, RWE, Vattenfall usw. hier anscheinend Schwarzgeld fließt. Kraftwerksinhaber wollen wahrlich nicht in erneuerbare Energien investieren weil es Geld kostet und Gewinn nicht gleich fließt. Energieerzeugung sollte grundlegend nicht kapitalistischen Charakter haben. Energien sollte gemeinnützlich sein. Lediglich Unternehmen, die kapitalistisch agieren, sollten gewinnerscheinende Zahlungen leisten. Der normale Ottonormalverbraucher sollte nur Zahlungen leisten, welche den Kostenaufwand decken. Jedoch ist es bei diesem Vertrag nicht wichtig. Nur Kapitalfluß. Da Energie für jeden Menschen wichtig ist, sollte ein für jeden einsehbarer Vertrag abgeschlossen werden. Es ist auch anzunehmen, daß nicht erkannt werden soll, wer an welchem Hebel sitzt.

  • 10.09.2010 17:51:01 Uhr   Elke Rettig: geheime Atomvereinbarung
  • 09.09.2010 11:36:38 Uhr   Wolfgang Lörcher: Geheimverträge
  • 09.09.2010 07:31:37 Uhr   giseun: Extrazahlungen nach 2017 - wie lange will Mer...
  • 09.09.2010 07:10:21 Uhr   vomDeich: Aromvereinbarung
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