Villa Geerkens
Wo Wulff Urlaub machte
Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete am Sonntag über Wulffs persönliche Reaktion auf die Anfragen von "Bild" zu seinem Privatdarlehen. Wulff habe am 12. Dezember von seinem Staatsbesuch im Persischen Golf bei Chefredakteur Kai Diekmann angerufen, als er von der bevorstehenden Veröffentlichung erfuhr. Er habe für diesen Fall dem "Bild"-Eigner Springer-Verlag mit "endgültigem Bruch" gedroht und von "Kriegführen" gesprochen. Allerdings erwischte der Präsident Diekmann nicht persönlich. Laut übereinstimmenden Berichten von "FAZ" und "Süddeutscher Zeitung" habe Wulff die Drohungen auf Diekmanns Anrufbeantworter hinterlassen. Der "SZ" zufolge habe Wulff gesagt, falls diese "unglaubliche Geschichte" tatsächlich erscheine, sei für ihn und seine Frau "der Rubikon" überschritten.
"Bild" hatte sich von der Veröffentlichung nicht abbringen lassen und ging am 13. Dezember mit dem Bericht zu Wulffs Privatkredit an die Öffentlichkeit. Später habe Wulff laut "SZ" noch einmal Kontakt mit Diekmann aufgenommen, seinen vorherigen Anruf bedauert und die Sache damit für beendet erklärt.
Dem Bericht zufolge habe Wulff gewusst, dass Medien seit Monaten Hinweisen auf die Finanzierung des Einfamilienhauses in Burgwedel bei Hannover nachgingen. Immerhin habe es einen Rechtsstreit durch alle Instanzen zur Einsicht für Journalisten ins entsprechende Blatt des Grundbuchamts gegeben.
Als niedersächsischer CDU-Ministerpräsident sei Wulff einen positiveren Umgang der Springer-Medien mit ihm gewohnt gewesen, daher habe ihn die "Bild"-Veröffentlichung geschockt. Laut "SZ" kühlte das Verhältnis schon im Präsidentenwahlkampf ab, als die Springer-Presse Sympathien für den rot-grünen Gegenkandidaten Joachim Gauck zeigte.