FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger
Homburger wandte sich gegen den Vorschlag von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Telefon- und Internetdaten künftig mindestens sechs Monate lang zu speichern. Dieser hatte auch Leutheusser-Schnarrenberger für ihre Politik scharf kritisiert. "Was ist das für ein Bild vom Bürger, wenn der Staat 82 Millionen Deutsche unter Generalverdacht stellt und ihre Telefondaten ohne Grund sechs Monate lang speichert?", schreibt Homburger. Das massenhafte Datensammeln schaffe nicht mehr Sicherheit. "Der Staat und seine Behörden verzetteln sich im Zweifel in Milliarden Telefondaten, Überwachungsbildern und Bewegungsprofilen." Die FDP schlägt stattdessen vor, dass die Ermittlungsbehörden nur im Fall eines Verdachts Verbindungsdaten einfrieren und sichern dürfen.
In der Union hatten sich jüngst viele Abgeordnete hinter vorgehaltener Hand enttäuscht gezeigt, dass Homburger die FDP-Führungskrise vorerst überstanden hat. Einige, die mit der resoluten Art der Fraktionsvorsitzenden Schwierigkeiten haben, äußerten sich überrascht, dass sie offenbar nach wie vor auf starken Rückhalt unter den FDP-Kollegen setzen kann. Dabei gilt sie schon länger in der Öffentlichkeit als führungsschwach und zu wenig präsent. Zudem hat die einstige Westerwelle-Vertraute als Landeschefin in Baden-Württemberg eine empfindliche Wahlschlappe mitzuverantworten. Zugute gehalten wird ihr in der Fraktion allerdings ihr Führungsstil.