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Merken   Drucken   15.02.2012, 20:17 Schriftgröße: AAA

Griechenland: Europas Rosenkrieg

Leitartikel Die Euro-Retter haben das Gefeilsche um Hellas satt. Ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone wäre aber auch keine Lösung.
Das Vertrauen ist aufgebraucht - auf beiden Seiten: Die griechische Regierung spürt, dass es im gemeinsamen Währungsverbund Partner gibt, die das Krisenland nicht mehr in der Euro-Zone haben wollen. Die selbsterklärten Griechenland-Retter wiederum haben das Gefeilsche um Rettungspakete satt und befürchten, dass das Kabinett von Lucas Papademos nur noch Garantien mit zweimonatigem Verfallsdatum abgeben kann. Beides sind keine Wahnvorstellungen. Und bleibt es dabei, ist eine Eskalation der Lage unvermeidlich.
Falls nicht noch ein Wunder geschieht, wird es bei den Wahlen in Griechenland zu einer politischen Radikalisierung kommen. Das harte Spardiktat der Euro-Gruppe, das das Parlament in Athen gerade erst billigte, wird dann wohl futsch sein.
Der harte verbale Schlagabtausch zwischen Deutschen und Griechen ist ...

 

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Da liegt es in der Logik von Wolfgang Schäuble, Garantien zu fordern, die über die Launen eines Wahltags hinaus Gültigkeit besitzen. Als Finanzminister will er sich schließlich nicht vorwerfen lassen, gutgläubig Steuermilliarden veruntreut zu haben. Daher müssten etwa die Wahlen verschoben werden, findet er. Trotzdem ist Schäubles Idee verheerend.
Wie schon sein Vorschlag eines EU-Sparkommissars ist auch dieser Vorstoß eine Zumutung für die Griechen. Die Wahl auf Geheiß der Euro-Gruppe zu verschieben käme einer Selbstaufgabe der Athener Regierung gleich. Schäuble weiß das. Er provoziert aber anscheinend ganz bewusst und drängt die griechischen Bittsteller in die Ecke. Den unausgesprochenen Rückhalt anderer Euro-Länder hat er dabei genauso wie den des Internationalen Währungsfonds, der Hilfsgelder nur freigeben darf, wenn es eine tragfähige Finanzierung gibt. Die Verhältnisse sind mittlerweile so zerrüttet, dass alles auf Scheidung hinausläuft.
Gelöst wären die Probleme damit aber keineswegs. Griechenland hätte auch nach dem Austritt aus der Währungsunion riesige Schulden. Und die Euro-Länder müssten mindestens ebenso viel Geld für eine Stabilisierung aufbringen wie für eine Rettung im Euro-Verbund. Zudem besteht an den Finanzmärkten nach wie vor das hohe Risiko einer Ansteckungsgefahr für Länder wie Portugal, Spanien und Italien. Darum dürfen die Griechen wie die Euro-Länder ihr Handeln jetzt nicht darauf ausrichten, einander die Schuld fürs Scheitern zuschieben zu können.
  • Aus der FTD vom 16.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 19.02.2012 14:10:13 Uhr   Hoffnungsträger: Das geht auch wieder vorbei

    Das ist eine Krise, die geht vorbeit. In 10 Jahren ist Griechenland noch in der EU und wir zahlen alle weiter mit Euros

  • 18.02.2012 12:14:59 Uhr   Frank Poschau: Europas Niedergang
  • 16.02.2012 13:16:57 Uhr   surveyor: die richtige Lösung wäre......
  • 16.02.2012 11:15:13 Uhr   Strichnid: Bankenrettung
  • 16.02.2012 05:56:05 Uhr   stefanhatrecht: @stefan 15.02.2012 21:09:25 uhr
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