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Merken   Drucken   08.04.2010, 08:02 Schriftgröße: AAA

Griechenlandkrise: Klageschrift gegen den Euro  

Kommentar Weil sich die Währungsunion in eine Haftungsgemeinschaft verwandelt, ist nun eine Verfassungsklage gerechtfertigt. Griechenland kann nur gerettet werden, wenn es die Euro-Zone verlässt. von Joachim Starbatty
Joachim Starbatty ist emeritierter Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Tübingen.
Der Euro begann mit einer großen Illusion: Da eine Währungsunion der Ungleichen auf Dauer unter unüberbrückbaren Spannungen leiden würde, erwarteten die Politiker vor allem in Deutschland, die Einführung des gemeinsamen Geldes sei die Initialzündung für eine umfassende Modernisierung von Wirtschaft und Gesellschaft.

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  • Aus der FTD vom 08.04.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 13.04.2010 10:13:17 Uhr   Thomas Müller: Kriterien?

    Das Interview mit dem BWL-Professor habe ich gelesen, doch wo sind da die Kriterien? Wann sollte man ein Land nun rauswerfen? Der Professor übersieht zudem geflissentlich, dass die Aufwertung des „Nord-Euro“ gegenüber dem „Süd-Euro“ selbstverständlich auch Kosten verursacht. Die deutschen Exporte würden dann einbrechen, so dass bei anhaltend schwacher Binnennachfrage (-2,4 Prozentpunkte BIP-Wachstumsbeitrag in Q4) Deutschland erneut in der Rezession wäre. Durch die Abwertung könnten die südlichen Länder ihre Schulden gegenüber Deutschland – ein Leistungsbilanzdefizit ist praktisch gleich bedeutend mit einem Anstieg der Verschuldung gegenüber dem Überschussland – erst recht nicht mehr bedienen. Die Folge wären also erneut deutliche Abschreibungen auf Wertpapiere, die wir letztlich im Gegenzug für die Lieferung von Autos, Maschinen und chemischen Produkten erhalten haben. Das ist doch offenkundig kein sinnvolles, nachhaltiges Wirtschaftsmodell. Egal ob mit oder ohne gemeinsame Währung, ist es ökonomisch sowohl unsinnig, über Kostensenkungen nur über den Export wachsen zu wollen als auch ständig höhere Schulden anzuhäufen. Mit verschiedenen Währungen erfolgt die Anpassung früher oder später über den Wechselkurs und damit über einen Wertverlust der für die Exporte erhaltenen Forderungen. In einem Währungsraum erfolgt die Anpassung wahlweise über Arbeitskräftewanderung und Transfers (innerhalb der Nationalstaaten) oder über Arbeitslosigkeit, Deflation, Rezession (der momentane Weg der Eurozone). Sie plädieren wie der BWL-Prof offenbar für den ersten Weg, ich halte beide für falsch.

  • 13.04.2010 08:38:08 Uhr   Journalistenschelter: Kriterien für Rauswurf
  • 12.04.2010 20:51:28 Uhr   fokus: @Journalistenschelter
  • 12.04.2010 17:37:58 Uhr   Thomas Müller: Pro Rauswurfoption
  • 12.04.2010 15:33:48 Uhr   Journalistenschelter: Journalistenschelter
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