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Bei Fragen rund ums Abo wenden Sie sich bitte an unsere Service-Zentrale unter kundenservice@ftd.deDas Interview mit dem BWL-Professor habe ich gelesen, doch wo sind da die Kriterien? Wann sollte man ein Land nun rauswerfen? Der Professor übersieht zudem geflissentlich, dass die Aufwertung des „Nord-Euro“ gegenüber dem „Süd-Euro“ selbstverständlich auch Kosten verursacht. Die deutschen Exporte würden dann einbrechen, so dass bei anhaltend schwacher Binnennachfrage (-2,4 Prozentpunkte BIP-Wachstumsbeitrag in Q4) Deutschland erneut in der Rezession wäre. Durch die Abwertung könnten die südlichen Länder ihre Schulden gegenüber Deutschland – ein Leistungsbilanzdefizit ist praktisch gleich bedeutend mit einem Anstieg der Verschuldung gegenüber dem Überschussland – erst recht nicht mehr bedienen. Die Folge wären also erneut deutliche Abschreibungen auf Wertpapiere, die wir letztlich im Gegenzug für die Lieferung von Autos, Maschinen und chemischen Produkten erhalten haben. Das ist doch offenkundig kein sinnvolles, nachhaltiges Wirtschaftsmodell. Egal ob mit oder ohne gemeinsame Währung, ist es ökonomisch sowohl unsinnig, über Kostensenkungen nur über den Export wachsen zu wollen als auch ständig höhere Schulden anzuhäufen. Mit verschiedenen Währungen erfolgt die Anpassung früher oder später über den Wechselkurs und damit über einen Wertverlust der für die Exporte erhaltenen Forderungen. In einem Währungsraum erfolgt die Anpassung wahlweise über Arbeitskräftewanderung und Transfers (innerhalb der Nationalstaaten) oder über Arbeitslosigkeit, Deflation, Rezession (der momentane Weg der Eurozone). Sie plädieren wie der BWL-Prof offenbar für den ersten Weg, ich halte beide für falsch.