Auswahl und Urteil - FTD-Autoren berichten über Wirtschaft, Politik und Gesellschaft
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Bei Fragen rund ums Abo wenden Sie sich bitte an unsere Service-Zentrale unter kundenservice@ftd.dewenn Sie uns weismachen wollen, dass Sie sich nur über Angela Merkels Sturheit ärgern, im Übrigen aber alles nach Ihren Erwartungen gelaufen ist?
"Die Bailout-Klausel ist nun per Gipfelbeschluss für im Ernstfall unwirksam erklärt worden" schreiben Sie. Na, da sollten Sie sich doch eigentlich freuen?
Nun müssen Sie sich nicht mehr darüber grämen, dass (angeblich) "Die No-Bailout-Klausel ... die Kreditaufnahme der kleineren Euro-Länder" verteuert, gelle? [Mit "kleine" Länder meinten Sie wohl Hochschuldenländer, gelle?]
Und wenn Merkels Einsatz sinnlos war, wie sie uns ja suggerieren, gehen doch Ihre Wünsche in Erfüllung. Denn wenn Sie z. B. in Ihrem Beitrag vom 15.03.10 (" Merkels denkwürdige Wende") schreiben:
"Es ist deshalb sicher, dass der deutsche Staat sich über kurz oder lang an der Finanzierung schwächerer Länder in der Euro-Zone beteiligen wird"
und
"... ist es an der Zeit, das Urteil der Ratingagenturen über die Staatsschulden irrelevant zu machen. Die EZB hat Schuldpapiere aller Euro-Staaten als Sicherheit zu akzeptieren. Ein Urteil über den Zustand der Staatsfinanzen eines Mitgliedsstaats steht weder ihr noch den Ratingagenturen zu.
Die Staatsfinanzen in einer Währungsunion sind eine Angelegenheit der Politik. Darüber kann und sollte politisch und juristisch gefeilscht werden. Bei den Staatsfinanzen muss das Primat der Politik hergestellt werden"
dann ist das (insbesondere Ihr Gerede vom "Primat der Politik") doch nichts als Alsterchinesisch dafür, dass Sie deutsche Zahlungen (auf welche Weise auch immer) für die Hochrisikoländer der Eurozone gefordert haben.
In Wirklichkeit wird dieser Fall so schnell nicht eintreten , denn Ihre simple Darstellung "Bailout-Klausel ist vom Tisch" ist natürlich eine platte Desinformation. Sie verschweigen den Lesern (was diese aber in dem Artikel "Die Details des Rettungspakets" nachlesen können), dass es Angela Merkel gelungen ist, die Hürden für ein Bailout sehr hoch anzusetzen. Das wird kein Zuckerschlecken für die Griechen oder andere, aus diesen Töpfen zu naschen.
DAS ist es in Wahrheit, worüber Sie hier schäumen, und was sie hinter einer vorgetäuschten Empörung über Angelas angeblich erfolglose Verstocktheit verstecken.
Politiker sind manchmal unaufrichtig.
Journalisten manchmal noch mehr.