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Merken   Drucken   24.09.2011, 13:50 Schriftgröße: AAA

Russische Präsidentschaft: Medwedew macht Putin zu seinem Nachfolger

Paukenschlag auf dem Parteitag der Regierungspartei: Präsident Medwedew schlägt den amtierenden Regierungschef Putin als Präsidentschaftskandidaten vor. Putin kündigte ein umfassendes Konjunkturprogramm an.
© Bild: 2010 AFP
Paukenschlag auf dem Parteitag der Regierungspartei: Präsident Medwedew schlägt den amtierenden Regierungschef Putin als Präsidentschaftskandidaten vor. Putin kündigte ein umfassendes Konjunkturprogramm an.
Kremlchef Dimitri Medwedew hat Regierungschef Wladimir Putin als Kandidaten für die Präsidentenwahl in Russland im März 2012 vorgeschlagen. Das sagte Medwedew am Samstag auf dem Parteitag der Regierungspartei Geeintes Russland in Moskau. Die Delegierten reagierten mit tosendem Applaus. Putin sagte, er nehme den Vorschlag an. Gleichzeitig kündigte er ein umfangreiches Konjunkturprogramm an, um das wirtschaftlich angeschlagene Land wieder voranzubringen. Ein Sieg Putins im März 2012 bei der Präsidentenwahl gilt nach Ansicht von Beobachtern als so gut wie sicher.
Medwedew selbst sei bereit, künftig in der Regierung zu arbeiten und führt die Partei als Spitzenkandidat in die Duma-Wahl am 4. Dezember. Die Abgeordneten nominierten den 46-Jährigen Staatschef am Samstag auf dem Parteitag mit 582 Ja-Stimmen und nur einer Gegenstimme. Medwedew war von Putin vorgeschlagen worden, der im März 2012 bei der Präsidentenwahl antreten will. "Gemeinsam siegen wir", sagte Putin auf dem live im Staatsfernsehen übertragenen Kongress. Medwedew nahm die Wahl an. "Ich danke für das Vertrauen", sagte der scheidende Präsident.
Putin und Medwedew im Urlaub Russen, die aufs Wasser starren
"Was wir diesem Parteitag anbieten, ist eine tief durchdachte Lösung", sagte Medwedew auf dem live im Staatsfernsehen übertragenen Kongress. "Ich bin bereit zur Regierungsarbeit." Tausende Parteimitglieder und Gäste bejubelten die Entscheidung mit lang andauerndem Beifall. Zuvor war das Führungstandem unter rhythmischem Klatschen Seite an Seite in den Luschniki-Sportpalast geschritten.
"Wir wollen bei den Wahlen siegen, damit unser Land nicht wieder in die Klauen derer gerät, die es zerstören wollen", sagte Medwedew. Geeintes Russland habe dem Riesenreich nach den chaotischen 1990er-Jahren Stabilität verliehen. "Alle sollten sich daran erinnern, dass sich unser Land vor noch nicht allzu langer Zeit in einer tiefen Systemkrise befand." Nach seiner Rede wurde der amtierende Kremlchef von seinem designierten Nachfolger Putin umarmt.
Putin war bereits von 2000 bis 2008 Präsident. Da die russische Verfassung eine dritte Amtszeit in Folge nicht vorsieht, machte er vor vier Jahren Medwedew Platz und übernahm das Amt des Ministerpräsidenten. Medwedew hatte mehrfach angekündigt, nicht gegen Putin antreten zu wollen. Medien in Moskau hatten spekuliert, Medwedew könnte nach seiner Wahl in die Duma als Parlamentspräsident wichtige Reformen vorantreiben.
Obwohl der Regierungschef protokollarisch unter dem Präsidenten steht und weitaus weniger Kompetenzen hat, galt Putin unverändert als der mächtigste Politiker Russlands. Der frühere Offizier des sowjetischen Geheimdienstes KGB, der einen großen Teil seines aktiven Dienstes in Dresden verbrachte, genießt zudem in der Bevölkerung hohes Ansehen, so dass er als Favorit in die Präsidentenwahl geht.

Teil 2: Putin könnte bis 2024 regieren

  • FTD.de, 24.09.2011
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