Die Euro-Zone und die Banken hatten sich in der Nacht zum Donnerstag auf einen Schuldenschnitt von 50 Prozent für Griechenland geeinigt. Zudem beschlossen die Staats- und Regierungschefs zwei Hebel für den Rettungsfonds EFSF und auf eine Rekapitalisierung aller wichtigen Banken bis zum Juni kommenden Jahres. Mit dem Gesamtpaket soll die Schuldenkrise eingedämmt werden.
In die Gipfelerklärung wurde das Ziel festgeschrieben, dass die Schuldenlast Athens bis 2020 auf 120 Prozent der Wirtschaftskraft zurückgefahren wird. Dazu steuert der Privatsektor 100 Mrd. Euro bei, die Europartner und der Internationale Währungsfonds (IWF) weitere 130 Mrd. Euro. Wegen der unsicheren Lage anderer Sorgenkinder wie Italien wird zudem die Schlagkraft des Rettungsfonds EFSF auf 1000 Mrd. Euro vervielfacht. Details zu den Beschlüssen müssen in den kommenden Wochen von den EU-Finanzministern ausgearbeitet werden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte nach den zehnstündigen Beratungen in Brüssel: "Wir haben heute Nacht gezeigt, dass wir die richtigen Schlüsse aus der Krise ziehen. Mir ist sehr bewusst, dass die Welt heute auf diese Beratungen geschaut hat." Es gebe nicht den einzigen Paukenschlag. "Aber dies hier ist ein wichtiges Paket auf dem Weg zu mehr Stabilität und zu einer Stabilitätsunion."
Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy nannte die Beschlüsse historisch. "Ich denke, das Ergebnis wird mit Erleichterung von der ganzen Welt aufgenommen werden, die auf mutige Entscheidungen von der Eurozone gewartet hat."