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Merken   Drucken   24.01.2012, 10:55 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: EU und IWF stoppen Griechen-Deal

Eurogruppe und IWF machen Druck: Die Banken sollen bei der Umschuldung Griechenlands noch auf etwas mehr Geld verzichten und die Griechen mehr sparen. Eine bereits erzielte Einigung wurde verworfen.
© Bild: 2011 Reuters/YIORGOS KARAHALIS
Eurogruppe und IWF machen Druck: Die Banken sollen bei der Umschuldung Griechenlands noch auf etwas mehr Geld verzichten und die Griechen mehr sparen. Eine bereits erzielte Einigung wurde verworfen. von Peter Ehrlich  Brüssel
EU und IWF wollen die Banken zu einem größeren Verzicht in Sachen Griechenland zwingen. Eine bereits ausgehandelte Einigung zwischen den griechischen Unterhändlern und dem Bankenverband IIF ist in der Nacht zu Dienstag wieder verworfen worden. Sie hätte bedeutet, dass die Banken für das Geld, was ihnen nach dem Schuldenschnitt bleibt, einen Zinssatz von durchschnittlich vier Prozent über 30 Jahre bekommen. Den Finanzministern der 16 anderen Euro-Länder und dem Internationalen Währungsfonds war das aber zu wenig.
Jean-Claude Juncker während einer Konferenz (Archivbild)   Jean-Claude Juncker während einer Konferenz (Archivbild)
Die Eurogruppe habe Griechenland gebeten, mit den Gläubigern einen Zinssatz von deutlich unter vier Prozent für die neu auszugebenden Staatsanleihen beim Anleihetausch auszuhandeln, sagte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker in der Nacht zum Dienstag in Brüssel. Für die Phase bis 2020 solle der Zins unter 3,5 Prozent liegen. Nur so kann nach den Berechnungen der Europäer die Schuldentragfähigkeit des Landes erreicht werden. Die Gesamtverschuldung soll bis 2020 auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sinken - immer noch ein gefährlich hoher Wert.
Erst wenn die Bedingung erfüllt ist, wollen die Staaten und der IWF erneut 100 Mrd. für Griechenland gewähren und außerdem 30 Mrd. Euro zur Unterstützung der Umtauschaktion. Man erwarte ein Ergebnis in den nächsten Tagen, sagte Juncker, also vor dem EU-Gipfel am nächsten Montag.
Setzt sich die Eurogruppe durch, würde der Schuldenschnitt in etwa so ablaufen. Alle privaten Inhaber griechischer Anleihen würden Mitte Februar aufgefordert, sich an dem Umtausch zu beteiligen. Es geht um etwa 205 Mrd. Euro. Die Idee ist, dass mehr oder weniger freiwillig 200 Mrd. zum Umtausch angeboten werden. 100 Mrd. Euro müssen Banken, Versicherer und Fonds direkt abschreiben. 30 Mrd. Euro bekommen sie vom Rettungsschirm EFSF in Form von Anleihen mit einer Laufzeit von voraussichtlich einem Jahr ausbezahlt. 70 Mrd, Euro werden in die 30 jährigen Anleihen mit einem Durchschnittszins von klar unter 4 Prozent umgewandelt. Für den IIF ein harter Brocken, hatte er doch die 4 Prozent als letztes Angebt bezeichnet.

Finanzminister beschließen Rettungsschirm ESM

  • FTD.de, 24.01.2012
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