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Merken   Drucken   30.11.2011, 12:51 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Unternehmen wappnen sich gegen Euro-Untergang

Trotz aller Beschwichtigungsversuche der Politik erwarten Firmen das Schlimmste - den Zerfall der Währungsunion. Er hätte dramatische Folgen für den Handel und das Schuldenmanagement der Unternehmen.
© Bild: 2009 dpa
Trotz aller Beschwichtigungsversuche der Politik erwarten Firmen das Schlimmste - den Zerfall der Währungsunion. Er hätte dramatische Folgen für den Handel und das Schuldenmanagement der Unternehmen. von Tony Barber, London und Daniel Dombey, Istanbul
Unternehmen in ganz Europa arbeiten an Notfallplänen für einen Zerfall der Euro-Zone. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf Interviews mit Dutzenden von Vorstandsmitgliedern multinationaler Konzerne. Angesichts erheblicher Zweifel an der Fähigkeit der Politik, die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen, fühlen sich viele Manager zu Schutzvorkehrungen gezwungen.
Dass ein Austritt von Schuldensündern aus der Euro-Zone nicht länger undenkbar ist, wurde zu Monatsbeginn deutlich: Aus Verärgerung über die vom damaligen griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou vorgeschlagene Volksabstimmung legten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Nicolas Sarkozy der Regierung in Athen einen solchen Schritt nahe. Sollten die Griechen gegen die Sparauflagen ihrer internationalen Helfer stimmen, könnten sie nicht in der Euro-Zone bleiben, lautete die Botschaft. Es war das erste Mal, dass hochrangige EU-Politiker den Fortbestand der Währungsunion in ihrer jetzigen Form in Frage stellten.
Wie sieht die Euro-Zone in zehn Jahren aus?

 

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"Wir haben angefangen, darüber nachzudenken, wie eine Spaltung aussehen könnte", zitiert die Financial Times den Europa-Chef des Getränkeherstellers Diageo , Andrew Morgan. "Wenn es beim Euro irgendwelche größeren Änderungen geben sollte, geraten wir in eine vollkommen neue Situation. Wenn einzelne Länder die Währungsunion verlassen sollten, werden sie massiv abwerten. Für die Einwohner dieser Länder würden aus anderen Staaten importierte Getränke sehr, sehr teuer."
Autohersteller, Energiekonzerne, Hersteller von Verbrauchsgütern und andere multinationale Konzerne versuchen, das Risiko zu minimieren, indem sie ihre Barreserven in sicheren Investments parken. Ein besonders prominentes Beispiel ist Siemens: Der Industriekonzern gründete schon vor einem Jahr eine eigene Bank, um sich gegen künftige Finanzkrisen zu wappnen, und deponierte im September über 500 Mio. Euro bei der Europäischen Zentralbank (EZB).
"Betriebe preisen Spaltung ein
Andere Unternehmen sind dabei, die rechtlichen Konsequenzen einer Spaltung der Euro-Zone für grenzüberschreitende Verträge und Kreditvereinbarungen zu prüfen. "Neben Investoren preisen zunehmend auch normale Betriebe eine Spaltung ein", sagte der Direktor der Brüsseler Denkfabrik Bruegel, Jean Pisani-Ferry.
Vergleichsweise gelassen beurteilen einige weltweit aufgestellte Konzerne das Untergangsszenario. "Unsere Schlussfolgerung ist, dass die Auswirkungen insgesamt nicht so schlimm für unser Unternehmen wären, weil wir zu einer weltweiten Gruppe gehören", zitiert die Financial Times den Finanzchef von Volkswagen  in Portugal, Jürgen Dieter Hoffmann.
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