Die Lage an den Märkten wird derweil von immer neuen Krisenmeldungen beherrscht. So teilte das EU-Statistikamt Eurostat am Dienstag mit, dass das griechische Haushaltsdefizit 2010 nicht wie angenommen bei 9,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gelegen habe - sondern bei 10,5 Prozent. Die Regierung in Athen begründete den Anstieg damit, dass die Wirtschaft stärker eingebrochen sei als erwartet. Die Gesamtverschuldung lag Ende 2010 nach den neuesten Eurostat-Zahlen bei 143 Prozent des BIPs - so hoch wie in keinem anderen EU-Land.
Für zusätzliche Verunsicherung sorgen die Debatten über eine mögliche griechische Umschuldung. Der deutsche Ökonom Lars Feld, pikanterweise ein Berater von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), sagte am Dienstag der Nachrichtenagentur Bloomberg, Athen werde eine Restrukturierung seiner Schulden nicht vermeiden können. Die Griechen sollten daher besser früher als später mit der Umschuldung beginnen, so Feld.
Die Europäische Zentralbank (EZB), die durch ihr Anleihekaufprogramm griechische Papiere in Milliardenhöhe hält, warnt hingegen in immer drastischeren Worten vor einer Schuldenrestrukturierung. So sagte EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark am Wochenende, die Umschuldung eines Euro-Mitglieds könnte gravierendere Folgen haben als die Lehman-Pleite.