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Merken   Drucken   28.10.2010, 20:39 Schriftgröße: AAA

Steigende Nervosität: Eurozone steckt in der Dauerkrise

Leitartikel Rettungsschirme für Griechenland und andere Pleitekandidaten sind aufgespannt - und dennoch steigen die Zinsen für die betreffenden Staatsanleihen. Die Krise war nämlich nie weg.
Als sich im Mai der Kurs des Euro auf 1,20 Dollar und Griechenland auf die Pleite zubewegte, sprach alle Welt von der Euro-Krise. Mittlerweile steht der Euro fast bei 1,40 Dollar, die EU hat Rettungsschirme für Griechenland und mögliche andere Pleitekandidaten aufgespannt - und dennoch scheint es, als wäre die Euro-Krise zurück. An den Finanzmärkten jedenfalls steigen die Zinsen für irische und portugiesische Staatsanleihen rasant.
Die Verschärfung des Euro-Stabilitätspaktes...

 

Die Verschärfung des Euro-Stabilitätspaktes...

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Tatsächlich ist die Euro-Krise nicht zurück, sie war einfach nie weg. Wenn die Zinsaufschläge für Papiere europäischer Problemstaaten zwischenzeitlich gefallen waren, lag das meist nicht an einer gestiegenen Nachfrage, sondern lediglich daran, dass inzwischen all diejenigen Anleger verkauft hatten, die verkaufen mussten, und der Rest nicht mehr ganz so nervös war wie zuvor. Was dann noch fehlte, erledigte die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrem Aufkaufprogramm für Staatsanleihen.
Auch am Donnerstag versuchte die EZB offenbar beruhigend einzugreifen. Doch so ganz bekommt sie die nervösen Investoren momentan nicht gebändigt. Zu groß ist offenbar deren Sorge, dass Iren und Portugiesen es den Griechen gleichtun und den europäischen Rettungsfonds in Anspruch nehmen könnten. Die Wahrscheinlichkeit, dass es dazu kommt, ist heute wohl größer als zum gefühlten Höhepunkt der Euro-Krise im Frühjahr. Ein Drama wäre das zwar nicht, schließlich ist der Rettungsfonds genau dafür gemacht. Doch je länger die Staaten ohne ihn auskommen, desto besser.
Um die Lage kurzfristig zu beruhigen, ist es vor allem wichtig, dass sich in Portugal Opposition und Minderheitsregierung auf einen Sparhaushalt für das kommende Jahr einigen. Das könnte die akute Nervositätsattacke der Märkte lindern und die Zinsaufschläge wieder nach unten drücken.
Doch auch dann wäre die Krise der Euro-Zone noch längst nicht überstanden. Die Fälle Portugal, Irland und Griechenland zeigen, wie schwierig es ist, das Haushaltsdefizit oder gar die Schulden zu senken, solange die nationale Wirtschaft in der Rezession steckt. In keinem der drei Länder fehlt es der jeweiligen Regierung an gutem Willen. Sie stoßen jedoch an die Grenze dessen, was wirtschaftlich machbar und politisch durchsetzbar ist.
Die Fälle zeigen auch, dass der europäische Rettungsfonds keine kurzfristige Notlösung sein kann, sondern institutionalisiert und langfristig ausgelegt werden muss. Ob mit oder ohne Geldhilfen: Griechenland, Irland und Portugal werden noch lange brauchen, bis sie sich aus der Krise herausgespart haben, falls ihnen das überhaupt gelingt. Die Euro-Länder tun deshalb gut daran, auf Dauer im Krisenmodus zu bleiben - und einen entsprechenden Mechanismus zu schaffen, der strauchelnde Staaten auffangen kann.
  • Aus der FTD vom 29.10.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 30.10.2010 12:37:44 Uhr   jommi: FTD propagiert die Transferunion

    "Die Fälle zeigen auch, dass der europäische Rettungsfonds keine kurzfristige Notlösung sein kann, sondern institutionalisiert und langfristig ausgelegt werden muss..."
    Wie bitte? Wie traurig und erschreckend, dass jetzt auch die FTD in einem Leitartikel nach der Transferunion ruft. Und beängstigend, dass der Artikel (zur Zeit) auch noch 3 Sternchen bekommen hat. "Strauchelnde Staaten auffangen..." Genau: Lebt alle schön gemütlich und feudal auf Pump, der deutsche Steuerzahler haut euch ja raus, wenns brenzlig wird. Haftung privater Gläubiger? Wer braucht sowas. PATGARRET, volle Zustimmung zu Ihrem Komentar. Und wer hat diesen "Leitartikel" geschrieben? Kein Wunder, dass er nicht namentlich genannt ist. Sechs, setzen.

  • 29.10.2010 19:51:39 Uhr   Franky: Euro-Krise
  • 29.10.2010 12:04:01 Uhr   Ron777: ... die Wahrheit hinter der Meldung
  • 29.10.2010 07:54:21 Uhr   K.H.Holtmann: Eurozone in der Dauerkrise ??
  • 29.10.2010 00:45:46 Uhr   Nils: Gelegenheit?
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