FTD.de » Politik » Europa » Komplott gegen die Griechen

Merken   Drucken   04.05.2010, 14:56 Schriftgröße: AAA

Vorteile einer Pleite: Komplott gegen die Griechen  

Kommentar Deutschland und die anderen Euro-Länder retten mit ihren Milliarden nicht Griechenland, sondern einzig und allein sich selbst. Athen würde mit einem Bankrott besser fahren. von Max Borowski 
Danke, liebe Griechen, dass wir Euch "retten" dürfen! Danke, dass Ihr unsere Milliarden annehmt, für die auch ich mit meinem Steuergeld bürgen darf. Aber ist Euch eigentlich klar, dass Ihr bei diesem Deal den Kürzeren zieht? Denn wir retten nur uns selbst mit dieser Rettungsaktion, wir hauen unsere Banken und unsere Investoren raus. Und Ihr zwackt das Geld dankenswerterweise Euren Rentnern, Beamten und hoffentlich auch ein bisschen Eurem aufgeblähten Militärapparat ab. Danke, warum auch immer Ihr das für uns tut!
Wir Deutschen stehen ja seit einigen Wochen ziemlich schlecht da in Europa. Mangelnde Solidarität wird uns vorgeworfen, weil die Mehrheit unserer Bevölkerung das sogenannte Hilfspaket ablehnt, mit dem Eure Staatspleite verhindert werden soll.
Die Rezession ist ohnehin schon da
Deutschland hat tatsächlich wenig Mitleid mit Euch Griechen. Mangelnde Solidarität ist allerdings ein absurder Vorwurf - was soll solidarisch daran sein, Eure Staatspleite drei Jahre mit einem sogenannten Hilfspaket aufzuschieben und Euch mit Hochzinskrediten und einem beispiellosen Sparpaket dazu zu zwingen, die Wirtschaft in den kommenden Jahren noch weiter zu schrumpfen? Und nebenbei den Schuldenberg auf rund 150 Prozent Eures armseligen BIPs steigen zu lassen? Als ob Euch das irgendetwas nutzen würde!

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  • FTD.de, 04.05.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 04.05.2010 22:32:33 Uhr   fokus: Verdummung par excellence

    Hier ein paar Zahlen: Unterstellt die Spekulanten haben zwischen dem Nominalzins und der derzeitigen Rendite angelegt, also bei 6,42 %. Gemessen am Ausleihezins der EZB für die Banken von 1 % ist das ein Extra-Fressen von 5,42 % und bringt den Spekulanten auf insgesamt 283 Mrd an griechischen Bonds (Stand Ende 2009) jedes Jahr 15,3 Mrd Euro oder insgesamt über die durchschnittliche Laufzeit von 9 Jahren rund 140 Mrd Euro an Gewinn. Bezogen auf die 43,2 Mrd Euro, die deutsche Banken an Griechenlandbonds halten, sind das jedes Jahr 2,3 Mrd Euro oder über die gesamte Laufzeit 21,4 Mrd Euro.

    Der Ackermann lachte sich schief, als er heute mit Billigung von Schäuble das freiwillige Hilfspaket der Banken erklärte. Ackermann gibt der KfW Kredit damit die Geld hat, um es nach Griechenland zu überweisen, wovon es dann postwendend, verzinst natürlich, wieder bei Ackermann landet.

    Was macht der deutsche Michel? Er suhlt sich mit Behagen in Chauvinismen, die ihm von den Medien beigebracht wurden. Früher war es die "polnische Wirtschaft", heute sind es die Griechen, morgen die Portugiesen und Spanier. Es hat doch gut geklappt zu verschleiern, dass Athens Schuldenkrise nicht Ursache, sondern lediglich Auslöser der neuesten Etappe einer seit Jahrzehnten schwelenden Krise ist. Wer erinnert sich noch an LTCM?

  • 04.05.2010 20:55:13 Uhr   Oberländer: Wahres Wort
  • 04.05.2010 19:48:45 Uhr   Till: Zustimmung
  • 04.05.2010 19:29:29 Uhr   Aristoteles: Komplott gegen die Griechen
  • 04.05.2010 17:14:36 Uhr   Claus Berger: PLEITE
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