Es ist die schlimmste Naturkatastrophe seit Menschengedenken in Japan. Schwere Erdstöße und ein anschließender Tsunami verwüsten weite Landstriche. FTD.de berichtet über das Beben und seine Folgen.
Atomare Bedrohung:Politischer Niederschlag aus Fukushima
Leitartikel
Die Ereignisse in Japan wecken dunkle Erinnerungen. Tschernobyl traf Europa direkt. So nah wird uns die Katastrophe im fernen Japan vermutlich nicht kommen. Und doch dürfte sie die Zukunft der Energiegewinnung stärker beeinflussen als alles zuvor.
Finstere Erinnerungen werden wach. Erinnerungen an die Tage, in denen einst eine verseuchte Wolke auch Deutschland erreichte. Tage, in denen niemand mehr dem Essen traute und Mütter ihren Säuglingen Milchpulver gaben, statt sie zu stillen. Die Katastrophe von Tschernobyl 1986 traf Europa direkt. So nah wird uns die Katastrophe im fernen Japan vermutlich nicht kommen. Und doch dürfte sie die Zukunft unserer Energiegewinnung stärker beeinflussen als alles zuvor - und das sollte sie auch. Die Explosion im Atomkraftwerk von Fukushima ist ein Fanal. Die Antwort darauf wird kein Energiekonzern geben können, kein Umweltminister und keine Bundesregierung. Die Gefahr der Atomkraft, die sich in Japan offenbart hat, verlangt eine weltweite Reaktion.
Rauch steigt nach einer Explosion über dem Atomkraftwerk Fukushima Daiichi auf
Tschernobyl versetzte die Welt zwar in einen Schock. Der dortige Super-GAU ließ sich aber stets verkaufen als die Panne in einem schrottreifen Meiler, provoziert durch das unverantwortliche Verhalten eines kommunistischen Regimes.
Das ist nun nicht mehr so. Die japanischen Atomkraftwerke gelten als modern. Fukushima ist der Unfall, der nicht hätte passieren dürfen. Selbst wenn die direkten Folgen für Mensch und Umwelt geringer sein sollten als 1986 - was nicht klar ist -, der politische Fallout muss größer sein.
Fukushima offenbart, dass wir uns auf die Sicherheit selbst modernerer Meiler nicht verlassen könnten. Auch wenn Deutschland nicht erdbebengefährdet ist, ein Kühlungsproblem wie in Japan wäre durch eine Kombination verschiedener Pannen möglich - wie überall auf der Welt.
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Stand der Informationen: 6. April 2011, 13 Uhr (MEZ)
Selbst wenn Deutschland umlenkt und schneller auf Atomkraftwerke verzichtet, ist nicht viel gewonnen, wenn andere Länder sie laufen lassen oder gar neue bauen. Weltweit hat die Politik die Risiken verdrängt. Die Frage nach unserer Sicherheit und der der folgenden Generationen muss im Vordergrund stehen, wenn wir entscheiden, wie wir Strom gewinnen wollen.
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