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13.07.2010, 13:10
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Attentate während des WM-Finales:
Afrikas Konflikte holen Uganda ein
76 Tote sind die vorläufige Bilanz von zwei Anschlägen auf WM-Zuschauer in Uganda. Damit erreicht die Gewalt ein bislang friedliches Land, das umgeben ist von Konflikten. Ein weiteres Attentat wurde offenbar im letzten Moment verhindert.
von Stefan Schaaf, Berlin
In Uganda ist nach dem Blutbad, das islamische Extremisten während der Übertragung des WM-Finales unter Fußballfans anrichteten, offenbar ein weiterer Anschlag gerade noch rechtzeitig verhindert worden. In einem Tanzclub in der Hauptstadt Kampala fanden die Ermittler eine noch nicht explodierte Sprengstoffweste, die mit Metallteilen gespickt war, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Vier Ausländer wurden als Verdächtige festgenommen. Die Polizei vermutet die radikalislamische Al-Schabab-Miliz aus Somalia hinter dem Anschlag.
Am Sonntagabend waren in der Hauptstadt Kampala zwei Sprengsätze detoniert, als Tausende gemeinsam das WM-Finale im Fernsehen verfolgten. "Wir schauten hier das Spiel an, und dann kam drei Minuten vor dem Abpfiff die Explosion - sie war sehr, sehr laut", sagte der Augenzeuge Juma Seiko über den Anschlag auf den Kampala Rugby Club. Die Zahl der Toten stieg mittlerweile auf 76. Rund 60 weitere Personen wurden verletzt.
Das seit Jahren friedliche zentralafrikanische Land Uganda ist umgeben von Staaten, in denen Kriege geführt oder ethnische Konflikte geschürt werden - der Demokratischen Republik Kongo, dem Sudan und auch Somalia. In diese Konflikte wird auch Uganda hineingezogen - weil es sich an Friedenstruppen beteiligt und weil auf seinem Boden Soldaten der Nachbarländer ausgebildet werden. Bislang galt Kampala als ungefährliche Stadt, aber jüngst drohten Anführer der al-Schabab mit Anschlägen in der Hauptstadt, weil ugandische Soldaten einen Teil der gut 5000 Soldaten der Amisom, der Friedenstruppe der Afrikanischen Union für Somalia, stellen.
Ugandische Polizisten haben die ersten Verdächtigen festgenommen
In der vergangenen Woche hatte ein Anführer von al-Schabab zu Anschlägen auf diplomatische Einrichtungen Ugandas und Burundis aufgerufen. Al-Schabab hatte sich Anfang des Jahres dem Terrornetzwerk al-Kaida unterstellt. Die Gruppe will in Somalia die Regierung des gemäßigten Islamisten Scharif Scheich Ahmed stürzen. Bisher übernahm al-Schabab nicht die Verantwortung für die Anschläge. Aber Jussuf Scheich Issa, ein Kommandeur der Miliz, sagte der Nachrichtenagentur AP in Mogadischu, er begrüße die Bombenattentate: "Uganda ist einer unserer Feinde. Was immer sie zum Weinen bringt, macht uns froh."
Die von den USA als terroristische Organisation eingestufte Miliz praktiziert in ihrem Einflussbereich drakonische Scharia-Rechtsprechung: So wurden Jugendlichen, denen Raub vorgeworfen wurde, ein Arm und ein Bein abgeschlagen. In Mogadischu verbot al-Schabab, Spiele der Fußballweltmeisterschaft im Fernsehen anzuschauen. Schlägertrupps zogen durch die Wohnviertel der Stadt und kontrollierten die Einhaltung des Verbots. Wie die BBC berichtete, wurden zwei Menschen am Samstag in ihrem Haus erschlagen, weil sie das Spiel um den dritten Platz im Fernsehen miterleben wollten.
Teil 2: "Wir hatten den Verdacht, dass diese Leute etwas planen"
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FTD.de, 13.07.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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