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11.11.2010, 08:11
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G20-Treffen:
Ackermann lehnt Reform des Währungssystems ab
Exklusiv
Der Chef der Deutschen Bank findet, dass das derzeitige Modell "ein gutes ist". Eine Rückkehr zum Goldstandard hält er für unnötig. Auch die Kritik an der Dollarschwemme der Fed teilt der Schweizer nicht. Und was China treibt, findet der Topbanker ebenfalls okay.
von Peter Ehrlich, Seoul
Der Chef der
Deutschen Bank ,
Josef Ackermann , sieht im Gegensatz zu Regierungschefs wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) oder Frankreichs Präsident
Nicolas Sarkozy keine Notwendigkeit für ein neues Weltwährungssystem. "Ich bin der Meinung, dass das Währungssystem, das wir haben, eigentlich ein gutes ist", sagte er der FTD am Rande des G20-Gipfels in Seoul.
Josef Ackermann hält das bestehende Währungssystem für gut
"Ich glaube weder, dass wir zu einem Goldstandard zurückkehren sollten, noch, dass fixe Wechselkurse ein stabiles System wären." Weltbankpräsident Robert Zoellick hatte angeregt,
Gold wieder zu einem Orientierungspunkt der internationalen Währungen zu machen. Sarkozy will im nächsten Jahr in der französischen G20-Präsidentschaft über eine Reform des Weltwährungssystems sprechen mit dem Ziel, für mehr Stabilität zu sorgen.
Europäische Politiker hatten den US-Dollar gegenüber dem
Euro als unterbewertet bezeichnet und die Lockerung der Geldpolitik durch die amerikanische Notenbank Fed als Versuch interpretiert, die US-Währung künstlich zu schwächen. "Ich finde, der Markt reagiert eigentlich ganz gut auf die Fundamentaldaten", sagte Ackermann. Der Euro sei stärker gewesen, dann wegen der Schuldenkrise in der EU gesunken und liege jetzt "irgendwo dazwischen".
Der Chef des größten deutschen Geldinstituts verteidigte auch das Verhalten Chinas, das seine Währung nicht freigibt und nur langsam aufwerten lässt. "China muss man verstehen: Die sind in einer Phase des Übergangs zu noch mehr Marktwirtschaft. Da braucht man einfach Zeit und man muss da Geduld haben. Die Chinesen werden sich auch nicht zu einer Wechselkurskorrektur drängen lassen. Da muss man auch politisches Gespür haben dafür."
Ackermann befürwortete dagegen Maßnahmen, um die Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft abzubauen. Diese müsse man nach und nach korrigieren, da sie mitverantwortlich für die Krise gewesen seien und zu neuen Verwerfungen führen könnten. Zugleich kritisierte er den öffentlichen Streit über Ungleichgewichte und Währungspolitik vor dem G20-Gipfel. "Grundsätzlich bin ich der Meinung, solche Themen gehören nicht in die Öffentlichkeit, weil das die Märkte verunsichert."
Teil 2: "China muss man verstehen"
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FTD.de, 11.11.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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