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Merken   Drucken   11.12.2011, 20:45 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: USA bremsen Euro-Retter

Die USA zeigen sich nicht gewillt, die Beschlüsse des EU-Krisengipfels für zusätzliche IWF-Kredite zu unterstützen. Sie befürchten europäische Staatspleiten. von Wolfgang Proissl  , Peter Ehrlich  Brüssel und Sabine Muscat  Washington
Die Beschlüsse des EU-Krisengipfels zur stärkeren Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) an der Euro-Rettung stoßen in den USA auf Widerstand. Aus Washingtoner Regierungskreisen hieß es am Wochenende, dass die Vereinigten Staaten beim Kongress keine zusätzlichen Mittel für den IWF beantragen werden.
US-Präsident Barack Obama   US-Präsident Barack Obama
"Die Europäer sind reich genug, und es gibt keinen Grund, warum sie dieses Problem nicht allein lösen könnten", hatte US-Präsident Barack Obama bereits zum Gipfelauftakt gesagt. 26 republikanische Senatoren starteten am Wochenende zudem eine Gesetzesinitiative, der zufolge es dem IWF künftig verboten sein soll, mit amerikanischen Steuergeldern Euro-Krisenstaaten zu helfen.
Eine deutsche 45-Mrd.-Euro-Kreditlinie für den IWF ...

 

Eine deutsche 45-Mrd.-Euro-Kreditlinie für den IWF …

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Der US-Widerstand stellt einen wichtigen Teil des Plans zur Überwindung der Euro-Krise infrage. Die EU-Staaten hatten am Freitag beschlossen, dass sie den IWF durch bilaterale Kredite über 200 Mrd. Euro stärken wollen. Davon sollen 150 Mrd. Euro aus den 17 Euro-Staaten kommen, 50 Mrd. Euro aus den übrigen Mitgliedsländern. Insgesamt sollen mindestens 300 Mrd. Euro zusammenkommen. "Wir erwarten, dass die internationale Gemeinschaft parallel Beiträge leisten wird", heißt es in der Gipfelerklärung.
Dahinter steht die Sorge, dass dem Euro-Rettungsfonds EFSF und dem IWF bald das Geld ausgehen könnte. Aus deren Töpfen werden die Notkredite an Griechenland, Irland und Portugal bezahlt - zwei Drittel trägt die EFSF, ein Drittel der Währungsfonds.
Der Euro-Rettungsfonds hat jetzt noch ein verfügbares Ausleihvolumen von 250 bis 300 Mrd. Euro. Selbst zusammen mit den 290 Mrd. Euro, über die der IWF zusätzlich verfügt, könnte das zu wenig sein, um auch Italien und Spanien zu helfen. Die drittgrößte Euro-Volkswirtschaft Italien muss allein 2012 Staatsschulden von 340 Mrd. Euro refinanzieren, bei Spanien sind es 120 Mrd. Euro.
Die Gegner einer stärkeren amerikanischen Beteiligung an der Euro-Rettung befürchten, dass es in Europa zu Staatspleiten kommt und der IWF erstmals sein Geld nicht zurückerhält - trotz seines Status als bevorzugter Gläubiger. In diesem Fall würden die Verluste auf alle IWF-Mitgliedsländer weltweit umverteilt.

Teil 2: Europäer müssen neue Geldgeber suchen

  • Aus der FTD vom 12.12.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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