Der US-Widerstand stellt einen wichtigen Teil des Plans zur Überwindung der Euro-Krise infrage. Die EU-Staaten hatten am Freitag beschlossen, dass sie den IWF durch bilaterale Kredite über 200 Mrd. Euro stärken wollen. Davon sollen 150 Mrd. Euro aus den 17 Euro-Staaten kommen, 50 Mrd. Euro aus den übrigen Mitgliedsländern. Insgesamt sollen mindestens 300 Mrd. Euro zusammenkommen. "Wir erwarten, dass die internationale Gemeinschaft parallel Beiträge leisten wird", heißt es in der Gipfelerklärung.
Dahinter steht die Sorge, dass dem Euro-Rettungsfonds EFSF und dem IWF bald das Geld ausgehen könnte. Aus deren Töpfen werden die Notkredite an Griechenland, Irland und Portugal bezahlt - zwei Drittel trägt die EFSF, ein Drittel der Währungsfonds.
Der Euro-Rettungsfonds hat jetzt noch ein verfügbares Ausleihvolumen von 250 bis 300 Mrd. Euro. Selbst zusammen mit den 290 Mrd. Euro, über die der IWF zusätzlich verfügt, könnte das zu wenig sein, um auch Italien und Spanien zu helfen. Die drittgrößte Euro-Volkswirtschaft Italien muss allein 2012 Staatsschulden von 340 Mrd. Euro refinanzieren, bei Spanien sind es 120 Mrd. Euro.
Die Gegner einer stärkeren amerikanischen Beteiligung an der Euro-Rettung befürchten, dass es in Europa zu Staatspleiten kommt und der IWF erstmals sein Geld nicht zurückerhält - trotz seines Status als bevorzugter Gläubiger. In diesem Fall würden die Verluste auf alle IWF-Mitgliedsländer weltweit umverteilt.