Das Swift-Abkommen erlaubt die Weitergabe von europäischen Bankdaten an US-Geheimdienste zur Bekämpfung internationaler Terroristen.
Es gibt nur zwei denkbare Erklärungen, wie es dazu kommen konnte: Entweder waren die Verantwortungsträger der EU ziemlich naiv - oder sie haben bewusst anders gehandelt, als sie es öffentlich ankündigten.
Es spricht einiges dafür, dass manche Abgeordnete nicht genau wussten, worüber sie abstimmten. Wer aber mehr Einfluss und Kontrolle in Europa fordert, der muss seine Hausaufgaben machen - allen voran die Fachleute in den Ausschüssen. Es reicht nicht, auf Kommissare oder Innenminister zu vertrauen.
Noch schlimmer wäre es, sollten die Kommission oder die Innenminister bewusst Informationen über das tatsächliche Ausmaß der Datenweitergabe verschwiegen haben, um die Mehrheit für das Abkommen nicht zu gefährden. Dass sie es nicht besser wussten, ist schwer vorstellbar: Innenkommissarin Cecilia Malmström hat in ihren Reden beide Kategorien von Daten genau abgegrenzt.