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  FTD-Serie: Die Top-Ökonomen

Es gibt kaum eine heiße wirtschaftspolitische Debatte oder kluge ökonomische Analyse, in der ihr Name nicht fällt: Joseph Stiglitz, Kenneth Rogoff und Jagdish Bhagwati bilden mit einem guten Dutzend weiterer Top-Ökonomen einen einzigartigen Think Tank. So konträr ihre Ansichten auch sein mögen: Sie schreiben für eine exklusive Serie, die die FTD in Zusammenarbeit mit der internationalen Public-Benefit-Organisation 'Project Syndicate' veröffentlicht.

Merken   Drucken   08.05.2011, 12:08 Schriftgröße: AAA

Top-Ökonomen: Stephen Roach - Rettung vor amerikanischen Zombies

Einst würgten Zombie-Unternehmen Japans Produktivität ab. Jetzt droht die Sparsamkeit der US-Verbraucher das dynamische Asien zu bremsen - es sei denn, der Binnenkonsum steigt.
Kommentar Einst würgten Zombie-Unternehmen Japans Produktivität ab. Jetzt droht die Sparsamkeit der US-Verbraucher das dynamische Asien zu bremsen - es sei denn, der Binnenkonsum steigt. von Stephen Roach
Stephen Roach ist Professor an der Universität Yale und nichtgeschäftsführender Vorsitzender von Morgan Stanley Asia
Asien muss sich nach neuen Konsumenten umsehen. Die aus der Krise hervorgegangene Generation wirtschaftlich ausgezehrter "Zombie-Konsumenten" in den USA wird das Wachstum des weltweiten Konsums wahrscheinlich noch über Jahre beeinträchtigen. Und das bedeutet, dass die exportorientierte Wirtschaft der sich entwickelnden asiatischen Länder nunmehr keine andere Wahl hat, als den Blick nach innen zu richten und auf ihre eigenen 3,5 Milliarden Konsumenten zu setzen.
Die drohende Herabstufung der USA ist...

 

Die drohende Herabstufung der USA ist...

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Es ist nicht das erste Mal, dass Asien mit "lebenden wirtschaftlichen Toten" zurechtkommen muss. In den 90er-Jahren standen Japans Zombie-Unternehmen im Mittelpunkt seines ersten verlorenen Jahrzehnts. Die Zaibatsu - Bankpartnern ähnelnde Konglomerate - gewährten sklerotischen Firmen lebensrettende Kreditrahmen, die ihren unweigerlichen Kollaps hinauszögerten und letztlich das japanische Produktivitätswachstum zerstörten. In der Krise der Jahre 2008/09 startete der Westen ähnliche Rettungsaktionen, aus denen Zombies hervorgegangen sind.
Der Zombie, dem am meisten Bedeutung zukommt, könnte der amerikanische Durchschnittsverbraucher sein, der immer noch unter den verheerenden Auswirkungen der großen Rezession leidet. Arbeitslos, überschuldet, von Hypotheken belastet, deren Wert höher ist als der ihrer Immobilien: Die US-Konsumenten sind so ausgezehrt wie nie zuvor.
Washington hat praktisch alles versucht, um die Verbraucher vor der Anpassung zu bewahren. Die Leistungen der Arbeitslosenversicherung auszuweiten war notwendig. Doch darüber hinaus hat sie neue Programme geschaffen, die Eigenheimbesitzer vor Zwangsvollstreckungen bewahren, Schulden erlassen und außerordentliche geld- und fiskalpolitische Anreize setzen.
Dennoch kommen auf die US-Verbraucher wohl Jahre der Einschränkung zu. Der Anteil der Konsumausgaben am BIP befindet sich nach einem scharfen Anstieg nun bei 70 Prozent - volle vier Prozentpunkte über dem historischen Durchschnittsniveau von 66 Prozent, das in den letzten 25 Jahren des 20. Jahrhunderts vorherrschte. Eine Rückkehr zu diesen früheren Niveaus ist wahrscheinlich. Amerikanische Verbraucher gehen vom Wahnsinn des Aufschwungs notgedrungen über zur Vernunft. Die Auswirkungen für den Konsum weltweit werden massiv sein. Der Anteil der Amerikaner an der Weltbevölkerung mag nur 4,5 Prozent betragen. Sie geben jedoch 10.300 Mrd. Dollar jährlich aus - die mit Abstand höchste Summe der Welt.

Teil 2: Wer wird Amerikas Platz einnehmen?

  • FTD.de, 08.05.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 22.05.2011 22:33:36 Uhr   Ostia: USA Konsumenten schwächeln

    Wie kann man den Asiaten mehr Kaufkraft geben, ohne dass ihre Fertigungkosten und Produkte für den Export unattraktiv/da zu teuer werden? Oder sollten wir uns das gerade wünschen? So dass sich die heimische Wirtschaft im Preiskampf besser behaupten kann und die hiesige Produktion wieder rentabel wird. Krabben nach Marokko und diese ganze Hin-und Herkutscherei der Einzelteile durch die ganze Welt, um sie dann in China herstellen zu lassen (wo die sich dann auch noch abgucken, wie es geht) und das Ganze dann wieder retour. Wahrscheinlich auch nur so lange, bis die Transportkosten den Lohnkostenvorteil auffressen. Hoffentlich haben wir bis dahin nicht zuviel heimische Industrie demontiert und wissen noch, wie deutsche Qualitätsarbeit ausgesehen hat. Unser Know-How geht in Fernost auf und beschert uns billige Produkte, denen
    wir vom Preis her nichts mehr entgegenzusetzen haben, außer günstig dort einzukaufen (solange wir noch Geld haben). Da wünscht man sich eine Druckerpresse wie die USA.... aber das scheint auch nicht mehr zu helfen. Die asiatischen Arbeiter sollten höhere Löhne erhalten, was gerechter wäre, ihre und unsere Lage verbessern und den Abfluss der Gelder nach Asien bremsen könnte.

  • 16.05.2011 19:57:41 Uhr   Hador: @Alex
  • 13.05.2011 16:33:47 Uhr   Alex: US Sparverhalten skandalös
  • 12.05.2011 17:13:39 Uhr   Rob Revet: Grundproblem nicht gelöst.
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