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15.12.2010, 20:57
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Krümmel und Brunsbüttel:
Vattenfall bereitet Atomausstieg vor
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2010 ftd.de
Acht Jahre nach dem Einstieg in die deutsche Kernkraft gibt Vattenfall die Verantwortung für Atomstrom hierzulande voraussichtlich auf. Der Energiekonzern verhandelt mit Eon über die Übernahme der Pannenreaktoren Krümmel und Brunsbüttel.
von Michael Gassmann Düsseldorf
Die als Pannenreaktoren geltenden Meiler Krümmel und Brunsbüttel würden grundsätzlich überprüft, erklärten Vattenfall und
Eon , Miteigentümer der beiden Kraftwerke. "Die Überprüfungen haben auch zum Ziel, festzustellen, ob Eon die Betriebsführung beider Anlagen übernimmt", heißt es in der Erklärung von Mittwoch.
Mehrere SPD-Politiker sagten voraus, damit werde der komplette Ausstieg Vattenfalls aus der Kernkraft eingeläutet. "Mit diesem Schritt gibt der erste große Energiekonzern in Deutschland zu erkennen, dass die Atomkraft keine Zukunft hat", sagte etwa der stellvertretende Fraktionschef Hubertus Heil.
Interaktive Karte - Atomkraftwerke in Deutschland
Sollten die Prognosen eintreffen, könnte die Zahl der AKW-Betreiber in Deutschland bald auf zwei schrumpfen:
RWE und Eon. Bei
EnBW , dem vierten Atomkonzern neben RWE, Eon und Vattenfall, ist das Land Baden-Württemberg als Großaktionär eingestiegen. Ein Ausstieg des südwestdeutschen Versorgers aus der Atomenergie wäre programmiert, falls SPD und Grüne nach der Landtagswahl Ende März 2011 die Macht in Stuttgart übernehmen.
Mit der Übergabe der Verantwortung an Eon zöge Vattenfall die Konsequenzen aus einer beispiellosen Pannenserie in seinen deutschen Kernkraftwerken. Krümmel und Brunsbüttel sind nach einer Reihe von Zwischenfällen seit 2007 fast durchweg abgeschaltet. Ob die Wiederinbetriebnahme von Krümmel Anfang 2011 wie von Vattenfall angekündigt gelingt, ist offen. Eine Kandidatin für den Job als Chefin der Anlage war vergangene Woche von der schleswig-holsteinischen Atomaufsicht mangels ausreichender Qualifikation abgelehnt worden. Zuvor hatten technische Pannen wie Brände in Nebenaggregaten und ein Kurzschluss die Meiler gestoppt.
Eon will mit der Machtübernahme in Krümmel und Brunsbüttel offenbar eine befürchtete endgültige Schließung verhindern. Das wäre mit erheblichen Einbußen für den größten deutschen Kernkraftbetreiber verbunden. Reaktoren wie Krümmel erzeugen jährlich einen Umsatz von rund 600 Mio. Euro. Nach Auslaufen der Atomsteuer in sechs Jahren könnten die Anlagen dank der Laufzeitverlängerung noch über Jahre hochprofitabel am Netz bleiben: Die schwarz-gelbe Bundesregierung hatte beschlossen, dass Brunsbüttel noch acht, Krümmel sogar noch zwölf Jahre Strom produzieren kann.
Teil 2: Schrumpfkur verordnet
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Aus der FTD vom 16.12.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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