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Es ist eine Straftat eines Einzelnen aus einem Örtchen in Österreich. Doch am Freitag, wenn die Verhandlung gegen Dejan K. beginnt, schaut die Windindustrie nach Klagenfurt: Mit dem US-Konzern AMSC, der eine Tochterfirma in Klagenfurt hat, und Sinovel aus China streiten sich zwei der führenden Firmen der Branche. Der ewige Krieg mit Rivalen aus China um geistiges Eigentum hat die erneuerbaren Energien erreicht.
Sinovel soll Dejan K. die geklauten Daten abgekauft haben, so der Vorwurf der Justiz. Sinovel ist eines dieser chinesischen Unternehmen, vor denen die westliche Windwelt zittert. Mithilfe von staatlicher Unterstützung ist der Produzent binnen kürzester Zeit zu Chinas Nummer eins und zum zweitgrößten Windanlagenhersteller der Welt aufgestiegen.
2015 wollen die Chinesen Marktführer sein - und die Hälfte des Umsatzes im Ausland machen. In letzter Zeit habe Sinovel die Auslandsexpansion noch beschleunigt, schreibt Jesse Pichel, Analyst der Bank Jefferies, schließlich schrumpfe die Nachfrage im Heimatmarkt langsam. "Sinovel kommt ganz gut voran mit Aufträgen in Brasilien, Indien, Schweden, Irland, den USA, Italien und Rumänien." Das sind auch wichtige Märkte westlicher Hersteller wie
GE ,
Repower ,
Nordex oder
Siemens .
Bislang, sagen europäische und amerikanische Windmanager, liegen chinesische Rivalen technisch weit zurück. "Was die Qualität angeht, sind wir noch deutlich besser als die Chinesen", sagt Repower-Chef Andreas Nauen. Doch die Chinesen werden besser - laut Klagenfurter Gericht auch mit illegalen Mitteln. "Es ist keine Vermutung, dass die Daten geklaut wurden", sagt ein Gerichtssprecher. "Das ist zweifelsfrei bewiesen."