Für die USA ist der Waffendeal ein doppelt gutes Geschäft: Zum einen liegt es gleichermaßen im Interesse der Amerikaner wie des sunnitischen Königshauses in Riad, den Einfluss des schiitischen Regimes in Teheran zu begrenzen. Zum anderen nutzt das gigantische Rüstungsgeschäft der US-Industrie.
Im Schatten des seit Jahren andauernden Streits um das iranische Atomprogramm dreht sich in der Golfregion eine Rüstungsspirale, die neben Amerikanern, Briten, Franzosen, Russen und Chinesen auch deutschen Unternehmen Exportchancen eröffnet. Auf insgesamt 110 Mrd. Dollar beliefen sich nach Berechnungen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri im vergangenen Jahr die Verteidigungsausgaben in der Region - 2,5 Prozent mehr als 2009. Allein die Saudis stecken laut Sipri jährlich mehr als zehn Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in die Verteidigung.
Angesichts drastischer Kürzungen bei den Militärausgaben in den USA und Westeuropa ist der Nahe und Mittlere Osten daher ein lukrativer Markt - zudem, weil diese Länder kaum eigene Waffenproduzenten haben. Und die Scheichs lassen sich ihre Sicherheit allerhand kosten. "Die Saudis wollen nur das Beste vom Besten", heißt es in der Industrie. Für die Grünen-Abgeordnete Katja Keul, die die deutsche Exportpraxis kritisch sieht, ist daher klar: "Der Druck geht Richtung arabische Länder."
Schon heute ist Deutschland als drittgrößter Rüstungsexporteur der Welt in der Region präsent. Laut den jüngsten verfügbaren Daten der Bundesregierung waren die Vereinigten Arabischen Emirate im Jahr 2009 nach den USA mit einem Volumen von 540,7 Mio. Euro bereits das zweitwichtigste Empfängerland für genehmigungspflichtige Waffenexporte - nach Platz neun im Jahr zuvor.