Volvo -Chef Stefan Jacoby holt zwei neue Mitarbeiter in die Chefetage des schwedischen Autobauers. Axel Maschka wird zum Einkaufschef und tritt somit die Nachfolge von Bernt Ejbyfeldts an. Maria Hemberg übernimmt den Rechtsvorstand, den vor ihr Elisabet Wenzlaff inne hatte. "Ich glaube wirklich an Volvos Potential und an die neue Strategie und freue mich, das Einkaufsteam zu leiten," sagte Maschka.
Der Ex-VW-Manager Jacoby versucht mit dem Austausch des Vorstands zu Konkurrenten wie Audi oder BMW aufzuschließen. Erst seit August 2010 an der Spitze der Traditionsmarke, hat er die schwierige Aufgabe, Volvo nachhaltig profitabel zu machen. In weniger als anderthalb Jahren hat er die Vorstände für Finanzen, Entwicklung, Vertrieb und Einkauf ausgetauscht. Bis zur Übernahme durch den chinesischen Autobauer Geely im Frühjahr 2010 schrieben die Schweden rote Zahlen. Erst im letzten Jahr fuhr die ehemalige Ford-Tochter mit 2,3 Mrd. Kronen (257 Mio. Euro) erstmals wieder Gewinne ein.
Der 45-jährige Maschka war bislang Leiter der Business Unit Engine Systems bei Continental und wird am 1. Januar bei Volvo einsteigen. "Mit seiner Erfahrung in Einkauf, Verkauf und Ingenieurwesen, die er bei Top -Automobilherstellern sammeln konnte, wird er eine Bereicherung für Volvo sein. Ich freue ich mich sehr Axel Maschka an Bord zu wissen," sagte Jacoby. Maria Hemberg war vorher Rechtsberaterin bei SKF in Schweden und wird am 1. März 2012 ihre neue Position bei Volvo übernehmen.
Volvo will die Kosten senken. Im wichtigen Einkauf sei der Autobauer aber nicht wettbewerbsfähig und habe zu wenig Druck auf die Lieferanten ausgeübt, Preise zu senken. "Da kann man vieles verbessern", sagt ein Branchenkenner.
Auch in der zweiten Reihe bricht der ehemalige US-Chef von Volkswagen Strukturen auf. Jacoby habe es geschafft, seinem alten Arbeitgeber einen Topdesigner abzuwerben, hieß es. Thomas Ingenlath werde Anfang 2012 nach Göteborg ziehen. Ingenlath soll bei Volvo bereits unterschrieben haben, steht derzeit aber noch unter Vertrag bei VW. Der 47-Jährige ersetzt Peter Horbury, der zur Konzernmutter Geely nach China wechselt.
Horbury ist zwar renommiert, mit 61 Jahren aber für einen Neuanfang, wie ihn Volvo plant, zu alt. Ingenlath ermöglicht der Wechsel einen Karriereschritt. Er leitete das VW-Designzentrum in Potsdam und verantwortete auch das Skoda-Design, stand immer im Schatten des Designchefs Walter de Silva. Design ist im Autogeschäft Verkaufsargument Nummer eins.