Damit wagt die Branche im Streit um die Ökostromsubventionen die Flucht nach vorn. Sie befürchtet, dass eine weitere Kostenexplosion das gesamte System der Ökostromförderung unpopulär machen und gefährden könnte. Weil in Baden-Württemberg und mehreren anderen Ländern gewählt wird, könnte das Thema zudem in den Wahlkampf hineingezogen werden. Indem sie eigene Vorschläge macht, versucht die Branche, drohende härtere Vorgaben der Politik abzuwehren. "Die Branche bettelt geradezu um Kürzungen", sagte ein Regierungsvertreter der FTD.
Schon 2010 hatte der Solarboom mit dafür gesorgt, dass die Strompreise stark stiegen. So erhöhte sich die Ökostromumlage, die von allen Stromkunden bezahlt wird, deutlich von 2 auf 3,5 Cent pro Kilowattstunde. Daraus erhalten die Produzenten von Ökostrom eine garantierte Einspeisevergütung - derzeit insgesamt rund 13 Mrd. Euro pro Jahr. Die Hälfte davon kommt dem Solarstrom zugute, obwohl dieser am Ökostrom nur einen Anteil von 20 Prozent hat. Energiewissenschaftler warnen, dass die Umlage bei einer Fortsetzung des Booms in einem Jahr auf 4,5 Cent steigen könnte.
Keiner will aus der Deckung