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Merken   Drucken   07.11.2011, 06:00 Schriftgröße: AAA

Windenergie: Rückkehr von Repower an die Börse erwogen

Für den deutschen Windkraftkonzern Repower zeichnet sich ein Befreiungsschlag ab. Nach FTD-Informationen prüft Aufsichtsratschef Tulsi Tanti den erneuten Börsengang der Hamburger - wenige Monate nachdem er mit seinem eigenen Konzern Suzlon hundert Prozent von Repower gekauft hat.
© Bild: 2011 Bloomberg/Adeel Halim
Exklusiv Für den deutschen Windkraftkonzern Repower zeichnet sich ein Befreiungsschlag ab. Nach FTD-Informationen prüft Aufsichtsratschef Tulsi Tanti den erneuten Börsengang der Hamburger - wenige Monate nachdem er mit seinem eigenen Konzern Suzlon hundert Prozent von Repower gekauft hat. von Kathrin Werner  und Sven Oliver Clausen  Hamburg
Die Planspiele sehen vor, das Geschäft mit Windturbinen von Suzlon  und Repower zu verschmelzen, um dann Aktien des neuen Konzerns zu verkaufen und so frisches Geld für die Expansion einzusammeln. Der neue Konzern wäre mit einem Gesamtumsatz von rund 3 Mrd. Euro die Nummer sechs auf dem Weltmarkt.
Der Fall ist ein krasses Beispiel für den Umbruch im Markt für regenerative Energien. Nachdem sich die deutsche Solarindustrie zum Sanierungsfall entwickelt hat, stehen auch die Pioniere der Windkraft am Scheideweg. Neue finanzstarke Anbieter drängen in den Markt. Kleinere Hersteller werden von Großkonzernen aufgekauft oder müssen selbst in neue Dimensionen wachsen. Bard, der Entwickler des ersten kommerziellen Offshore-Windparks in der Nordsee, stellt sich deswegen zum Verkauf. Analysten halten Nordex für zu klein für den Weltmarkt. Repower, Technologieführer für Offshore-Turbinen, bangt ebenfalls um die Zukunft.
Ebit der Suzlon-Gruppe nach Unternehmensteilen   Ebit der Suzlon-Gruppe nach Unternehmensteilen
Die Pläne Tantis sind die Folge der Bewegungsunfähigkeit beider Konzerne. Obwohl der 53-jährige Inder seit wenigen Tagen alle Repower-Aktien besitzt, hat er praktisch keine Rechte. Der Grund sind die Banken von Repower: Die Hamburger haben eine Kreditlinie von mehr als 600 Mio. Euro, die im Wesentlichen von Unicredit , der HSH Nordbank, der Commerzbank  und der Deutschen Bank  garantiert werden. Laut Geschäftsbericht haben sie ein Kündigungsrecht, wenn Suzlon einen Beherrschungsvertrag abschließt, um Zugriff auf Repowers solide Bilanz zu bekommen. Ohne die Kreditlinien könnte Repower aber keines der kapitalintensiven Windparkprojekte verfolgen und müsste sein Geschäft praktisch einstellen. Tanti hat deshalb den Banken vor Jahren vertraglich zusichern müssen, Suzlon und Repower wie getrennte Firmen zu behandeln.
Die finanzielle Situation Suzlons ist prekär. Die Gruppe hat 111 Mrd. Rupien (1,64 Mrd. Euro) Schulden - das Zehnfache des für das laufende Geschäftsjahr prognostizierten Gewinns vor Steuern und Zinsen (Ebit). Ein Moratorium, das die Rückzahlungspflicht aussetzt, endet Ende März. Mitte 2012 müssen zudem Anleihen im Wert von 389 Mio. Dollar zurückgezahlt werden. "Die Schulden sind absolut handhabbar", hält ein Suzlon-Sprecher dagegen.
Die Repower-Manager dringen auf eine rasche Lösung, um sich neues Eigenkapital besorgen zu können. Denn den Zuschlag für milliardenschwere und risikoreiche Offshore-Projekte bekommt nur, wer eine gesunde Bilanz hat. Das hilft etwa Siemens.
Konkret sehen die Planspiele von Repower und Suzlon vor, die Führung des verschmolzenen Windgeschäfts bei dem Repower-Management und den Sitz in Hamburg zu lassen. Der Name des neuen Konzerns steht noch nicht fest. Die Rechte an der Marke Repower laufen 2012 aus, sie gehören einem Schweizer Stromkonzern.
Suzlons Schulden sollen im Wesentlichen in einer Holding Tantis verbleiben. Unter diesem Dach soll neben Tantis Anteil am neuen Windkonzern und seinen weiteren unternehmerischen Aktivitäten wie etwa einer Reederei auch eine weitere Firma angesiedelt sein, in der das Komponentengeschäft gebündelt wird und die ihren Sitz in Indien haben könnte. Der Börsengang, so der Wunsch, soll genügend Geld sowohl für die Expansion des Windgeschäfts als auch für einen Teilabtrag der Schulden Suzlons bringen.
Insider warnen allerdings, dass Tanti im Konzern oft allein entscheidet und bekannt dafür ist, Pläne noch kurz vor der Umsetzung umzuwerfen. Die Verschmelzung samt Börsengang sei allerdings derzeit sein großer Favorit. Erste Schritte sind frühestens ab Februar zu erwarten, hieß es in Konzernkreisen. Seit Kurzem berät Boston Consulting bei der Zusammenführung von Suzlon und Repower. "Wir prüfen eine Vielzahl von Möglichkeiten für die beiden Unternehmen", sagte ein Suzlon-Sprecher. "Es gibt noch keine endgültigen Entscheidungen."
05:42:12 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Suzlon 2 USD   0,00%  0
  • Aus der FTD vom 07.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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