Die finanzielle Situation Suzlons ist prekär. Die Gruppe hat 111 Mrd. Rupien (1,64 Mrd. Euro) Schulden - das Zehnfache des für das laufende Geschäftsjahr prognostizierten Gewinns vor Steuern und Zinsen (Ebit). Ein Moratorium, das die Rückzahlungspflicht aussetzt, endet Ende März. Mitte 2012 müssen zudem Anleihen im Wert von 389 Mio. Dollar zurückgezahlt werden. "Die Schulden sind absolut handhabbar", hält ein Suzlon-Sprecher dagegen.
Die Repower-Manager dringen auf eine rasche Lösung, um sich neues Eigenkapital besorgen zu können. Denn den Zuschlag für milliardenschwere und risikoreiche Offshore-Projekte bekommt nur, wer eine gesunde Bilanz hat. Das hilft etwa Siemens.
Konkret sehen die Planspiele von Repower und Suzlon vor, die Führung des verschmolzenen Windgeschäfts bei dem Repower-Management und den Sitz in Hamburg zu lassen. Der Name des neuen Konzerns steht noch nicht fest. Die Rechte an der Marke Repower laufen 2012 aus, sie gehören einem Schweizer Stromkonzern.
Suzlons Schulden sollen im Wesentlichen in einer Holding Tantis verbleiben. Unter diesem Dach soll neben Tantis Anteil am neuen Windkonzern und seinen weiteren unternehmerischen Aktivitäten wie etwa einer Reederei auch eine weitere Firma angesiedelt sein, in der das Komponentengeschäft gebündelt wird und die ihren Sitz in Indien haben könnte. Der Börsengang, so der Wunsch, soll genügend Geld sowohl für die Expansion des Windgeschäfts als auch für einen Teilabtrag der Schulden Suzlons bringen.
Insider warnen allerdings, dass Tanti im Konzern oft allein entscheidet und bekannt dafür ist, Pläne noch kurz vor der Umsetzung umzuwerfen. Die Verschmelzung samt Börsengang sei allerdings derzeit sein großer Favorit. Erste Schritte sind frühestens ab Februar zu erwarten, hieß es in Konzernkreisen. Seit Kurzem berät Boston Consulting bei der Zusammenführung von Suzlon und Repower. "Wir prüfen eine Vielzahl von Möglichkeiten für die beiden Unternehmen", sagte ein Suzlon-Sprecher. "Es gibt noch keine endgültigen Entscheidungen."