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Merken   Drucken   10.09.2009, 18:38 Schriftgröße: AAA

+++ Ticker: Der Opel-Tag im Rückblick +++: GM verneint Opel-Rückkauf-Pläne  

Der Verkauf von Opel an das Magna-Konsortium ist unter Dach und Fach. Nach Bekanntgabe der Details sagte GM-Verhandlungsführer Smith, der Konzern plane keinen Rückkauf des deutschen Autobauers.
18:38 Die General Motors (GM) will nach den Worten seines Verhandlungsführer John Smith die Tochter Opel nicht wieder zurückkaufen. GM habe diese Option ursprünglich von Magna gefordert. Es sei aber nicht von großer Bedeutung, dieses nicht zu erreichen. "Wir sind damit zufrieden, an Opel eine Minderheit zu halten", sagte der GM-Vize-Präsident in Berlin.
17:34 Die vier deutschen Opel-Werke sollen nach jetzigem Stand aus Sicht von General Motors erhalten bleiben. "Derzeit, glaube ich, ist es angemessen zu sagen, dass alle vier deutschen Anlagen weitergefahren werden", sagte GM-Verhandlungsführer John Smith am Donnerstag in Berlin. "Das ist derzeit der Plan von Magna und Sberbank." Opel produziert in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern.
17:24 Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat sich zufrieden zur Lösung der Opel-Frage geäußert. Der Einsatz habe sich gelohnt. Er sei froh darüber, dass diejenigen, die sich für eine Insolvenz ausgesprochen hätten, nicht die Oberhand gewonnen haben, sagte Steinmeier am Donnerstag in Leipzig. Er sei von Anfang an überzeugt gewesen, dass es nicht hinnehmbar gewesen wäre, einen renommierten Automobilhersteller einfach vom Markt zu nehmen.
Steinmeier sagte, dass es zu diesem guten Ende nicht gekommen wäre, wenn es keine Zusammenarbeit der großen Koalition gegeben hätte.
17:10 Die Opel-Treuhand hat den Verkauf des Autobauers an den Zulieferer Magna und die russische Sberbank genehmigt. Das teilte das Gremium am Donnerstag in Berlin mit. Damit sei der Weg frei für eine erfolgreiche Zukunft der Traditionsmarken Opel und Vauxhall.
Keine deutschen Steuergelder sollten ins Ausland fließen, Investitionen in Russland müssten aus anderen Quellen stammen, so der Vorsitzende der Treuhand Fred Irwin. Die Lösung bedeute jedoch „nicht, dass Adam Opel gerettet ist.“ Es gebe noch viel Arbeit zu erledigen.
16:54 Die Opel-Treuhand ist Regierungskreisen zufolge zunächst in der Frage eines Verkaufs des Rüsselsheimer Autobauers an Magna gespalten, meldet die Nachrichtenagentur Reuters. "Die Gespräche ziehen sich hin, weil es in der Treuhand ein Patt gibt", verlautete am Donnerstag aus Regierungskreisen. In der Treuhand sitzen fünf Mitglieder - zwei vonseiten der Opel-Mutter General Motors und zwei vonseiten des deutschen Staates. Der Vorsitzende Fred Irwin ist nicht stimmberechtigt.
Die Opel-Treuhand hat das letzte Wort über den neuen Opel- Investor. Die Einrichtung hat unmittelbar vor der Insolvenz der Opel-Mutter General Motors (GM) 65 Prozent an der Adam Opel GmbH übernommen, der zuvor auch die britischen Vauxhall-Werke zugeschlagen worden waren.
Die Treuhandlösung war eine Bedingung für die milliardenschwere staatliche Soforthilfe. Mit der Konstruktion soll die Zeit bis zum Einstieg des neuen Investors überbrückt werden.
16:44 Der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat die Bereitschaft zu einer milliardenschweren Beteiligung an den Bürgschaften für Opel signalisiert. Hessen sei bereit, letztendlich an einer Gesamtsumme von 4,5 Mrd. Euro 1,5 Mrd. Euro zu übernehmen, sagte Koch am Donnerstag in Berlin. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers sagte in Düsseldorf, sein Land würde sich entsprechend des Verteilungsschlüssels gleichfalls an den Bürgschaften beteiligen.
Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz sagte, über die Verteilung der Staatsgarantien sei noch nicht abschließend beraten worden. "Aber wir werden sicher eine Lösung finden."
Bund und Länder haben vereinbart, sich die Hilfen für Opel hälftig zu teilen. Die Bundesländer wollen Beiträge entsprechend der Zahl der Opel-Arbeitsplätze beisteuern.
16:30 Die Belegschaft des britischen Opel-Schwesterunternehmens Vauxhall fürchtet, bei einer Sanierung durch den GM-Europe-Käufer Magna ins Hintertreffen zu geraten. Es müsse verhindert werden, dass britische Mitarbeiter und Werke bei der anstehenden Restrukturierung benachteiligt werden, forderte die britische Gewerkschaft Unite am Donnerstag. "Wir erwarten, dass eine finanzielle Unterstützung der britischen Regierung für Magna von den Arbeitsplatz- und Standortgarantien abhängig ist, die die Firma gegeben hat."
Angesichts des großen Einsatzes der deutschen Bundesregierung bei dem Verkauf von GM Europe waren in Großbritannien Befürchtungen laut geworden, dass bei den Verhandlungen deutsche GM-Arbeitsplätze mehr wert seien als britische.
16:27 Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers rechnet auch unter einem neuen Eigner Magna mit einem Stellenabbau im Bochumer Opel-Werk. "Ein Arbeitsplatzabbau wird auch in Bochum stattfinden", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Düsseldorf. Dieser müsse aber sozialverträglich über die Bühne gehen. Betriebsbedingte Kündigungen solle es nach dem Magna-Konzept nicht geben, betonte Rüttgers. Er könne noch nicht sagen, wie viele Stellen genau in dem Werk wegfallen würden.
16:16 Die britische Regierung will weitere Verhandlungen mit dem kanadischen Zulieferer führen. Wirtschaftsminister Pat McFadden sagte am Donnerstag in London, Magna habe die Absicht bekundet, die Produktion in den Vauxhall-Fabriken in Ellesmere Port und in Luton fortzusetzen. "Wir werden daran arbeiten, das bestmögliche Ergebnis für Großbritannien zu ereichen."
16:11 Nach dem Willen der bisherigen Mutter General Motors soll Opel im globalen Konzern-Verbund integriert bleiben. Der Rüsselsheimer Autobauer müsse im Produktentwicklungs- und Einkaufsverbund von GM eingebunden sein, teilte GM am Donnerstag mit.
"Dies ermöglicht es allen Seiten, vom Austausch von Technologie- und Entwicklungskapazitäten zu profitieren", sagte GM-Präsident Fritz Henderson laut Mitteilung. Beispielsweise könnten Fahrzeuge wie das Elektroauto Ampera, die mit teuren Antriebstechnologien ausgerüstet seien, nur mit vereinten Kräften auf den Markt gebracht werden.
16:04 Die Bundesregierung hat beim Opel-Verkauf keine weiteren Zugeständnisse an General Motors gemacht. Es gebe keine weitergehenden Verpflichtungen für den Steuerzahler als die bereits bekannten Finanzierungshilfen von Bund und Ländern, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa am Donnerstag aus Regierungskreisen in Berlin.
GM wolle lediglich eine formale Bestätigung des deutschen Finanzierungsangebots. Neben dem Überbrückungskredit von 1,5 Mrd. Euro, der Opel seit Monaten über Wasser hält, wollen Bund und Länder dem Opel-Käufer Magna weitere 3 Mrd. Euro an Bürgschaften gewähren. Den Angaben zufolge müssen noch vertragliche Details zwischen GM und dem Konsortium Magna/Sberbank geklärt werden.
15:55 Der Verband der Jungen Unternehmer hat davor gewarnt, den angeschlagenen deutschen Autobauer Opel "auf Kosten des Steuerzahlers" zu sanieren. Das "ist und bleibt der falsche Weg", sagte der Verbandsvorsitzende Dirk Martin am Donnerstag. GM müsse jetzt den Überbrückungskredit von 1,5 Mrd. Euro zurückzahlen. "Der Steuerzahler ist keine Cash-Cow für marode Unternehmen." Bund und Länder wollen insgesamt 4,5 Mrd. Euro an Hilfen für die Opel-Sanierung zur Verfügung stellen.
15:43 General Motors (GM) will 55 Prozent der Opel-Anteile an den Autozulieferer Magna und dessen Partner Sberbank verkaufen. Eine entsprechende Empfehlung habe der GM-Verwaltungsrat ausgesprochen, teilte GM Europe am Donnerstag mit. Weitere zehn Prozent soll die Belegschaft übernehmen. GM will demnach 35 Prozent an der neuen Gesellschaft "New Opel" halten.
15:37 Über die Entscheidung des Verwaltungsrates habe GM-Chef Fritz Henderson das Kanzleramt unterrichtet, sagte Merkel. "Geduld, Zielstrebigkeit, auch Klarheit" der Bundesregierung hätten zu diesem Ergebnis beigetragen.
Der Magna-Gruppe gehören neben dem kanadischen Autobauer auch die Sberbank und der GAZ-Autobauer aus Russland an. Sie zielen mit "New Opel" vor allem auf den russischen und den osteuropäischen Markt ab.
15:34 SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier will sich um 16:45 Uhr zum Opel-Verkauf äußern.
15:31 Merkel sagt, mit der GM-Entscheidung sei es für Opel möglich, einen neuen Weg einzuschlagen. Der Neuanfang werde aber nicht einfach sein.
15:28 Die Nachrichtenagentur Reuters nennt als eine der von GM an den Verkauf geknüpften Bedingungen, dass der Technologie-Transfer nach Russland eingeschränkt werden soll.
15:23 Einzelheiten zu den Bedingungen nannte Merkel selbst nicht.
15:18 Die Bundeskanzlerin bestätigt Opel-Verkauf an Magna. Merkel sagte auf die Frage, ob die Bedingungen eine Finte von GM sind: „Das Glaube ich nicht. Ich glaube, dass es beherrschbare und verhandelbare Dinge sind.“
15:05 Der Opel-Interessent Sberbank hat trotz höherer Rückstellungen für Problem-Kredite im jüngstem Quartal überraschend gut abgeschnitten. Das staatliche Institut erwirtschaftete unter dem Strich umgerechnet rund 120 Mio. Euro. Das war deutlich mehr als von Experten mit 93 Mio. Euro erwartet. Das größte Kreditinstitut Russlands begründete das unerwartet gute Ergebnis am Donnerstag mit einem größeren Zinsüberschuss dank höherer Renditen im Kreditvergabe-Geschäft.
  • FTD.de, 10.09.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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