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Geldanlage2018-12-10T22:42:54+00:00

Eine gute Geldanlage bedarf ausführlicher Planung und einer langfristigen Strategie. (Foto: Fotolia)

Anlegern stehen heutzutage unzählige Optionen zur Verfügung, wenn sie Geld investieren möchten. Vom klassischen Sparbuch über Anleihen, Aktien, Fonds, alternativen Anlageformen sowie zahlreichen weiteren Finanzprodukten besteht am Markt eine riesige Auswahl an Anlageformen. Häufig entscheiden Anleger entweder auf eigene Faust, welche Geldanlage sie wählen, oder fragen stattdessen ihren Bankberater. Die Beratung in der Bank beinhaltet allerdings nicht zwingend eine für den Kunden optimale Lösung, was unterschiedliche Gründe hat. Aus diesem Anlass ist es wichtig, dass sich Anleger selbst möglichst umfangreich über die am Markt vorhandenen Geldanlagen informieren.

Renditen gängiger Geldanlagen

Anlageprodukt Rendite* Sicherheit
Spareinlagen 0,2 bis 0,8% hoch
Tagesgeld 0,2 bis 0,5% hoch
Festgeld 0,2 bis 1,2% hoch
Geldmarktpapiere / Geldmarktfonds 0,2 bis 0,5% hoch
Anleihen (sehr gutes Rating) 0,2 bis 1,0% hoch
Anleihen (mittleres Rating) 1,5 bis 4,0% mittel
Anleihen (schlechtes Rating) 5,0 bis 10% gering
Aktien 6 bis 8% mittel
Aktienfonds 6 bis 7% mittel
offene Immobilienfonds 3 bis 5% mittel bis hoch
ETF-Fonds 5 bis 8% mittel
Sachwertanlagen 3 bis 8% mittel
alternative Geldanlagen 4 bis 10% mittel bis gering

* Bei den Angaben zur Rendite handelt es sich um Durchschnittswerte. Abweichungen sind in beide Richtungen möglich.

Eine optimale Geldanlage sollte eine für Sie ideale Mischung aus Sicherheit und guter Rendite beinhalten. Trotzdem stehen Anleger nach wie vor häufig vor der Frage, was ihnen wichtiger ist: Sicherheit oder Rendite? Hier helfen im Prinzip keine guten Ratschläge, denn letztendlich müssen Sie selbst entscheiden, in welchem Umfang Ihnen Sicherheit oder Rendite bei einer Geldanlage wichtiger sind. Wir möchten an dieser Stelle lediglich insofern helfen, als dass wir Ihnen einmal die durchschnittlichen Renditen verschiedener Geldanlagen aufzeigen. Beachten Sie allerdings bitte, dass es sich dabei lediglich um Näherungswerte und Durchschnittserträge handelt, die je nach Finanzprodukt im Einzelfall auch deutlich abweichen können.

Wie lege ich mein Geld optimal an – der große Ratgeber

Seit einigen Jahren herrscht am Kapitalmarkt eine sogenannte Niedrigzinsphase vor. Dies bedeutet, dass es aufgrund der geringen EZB-Leitzinsen, die seit geraumer Zeit bei lediglich 0,0 Prozent liegen, für klassische Anlageformen kaum noch eine nennenswerte Rendite gibt. Dazu gehören in erster Linie:

  • Sparbücher
  • Spareinlagen
  • Tagesgelder
  • Festgelder
  • Geldmarktpapiere

Darüber hinaus hat sich die Niedrigzinssituation auch auf weitere Anlageformen bezüglich der erzielbaren Rendite negativ ausgewirkt, wie zum Beispiel sichere Staatsanleihen und auch die Erträge bei Kapitallebensversicherungen sind in den vergangenen Jahren für die Kunden erheblich gesunken. All dies hat erstaunlicherweise jedoch nicht dazu geführt, dass die große Mehrheit der Bundesbürger ihr Anlageverhalten geändert hätte. Dieses belegen aktuelle Zahlen, die zum Beispiel besagen, dass die Menschen in Deutschland nach wie vor insgesamt mehr als eine Billion Euro auf klassischen Anlagekonten wie dem Sparkonto oder dem Tagesgeldkonto deponiert haben.

Die andere Seite der Medaille ist, dass sich nach wie vor ein nur geringer Anteil der Anleger für deutlich rentablere Geldanlagen entscheidet, insbesondere Aktien. Tatsächlich sind es nicht einmal 25 Prozent aller Erwachsenen, die Aktien oder zumindest Aktienfonds in ihrem Depot haben. Damit steht Deutschland auf der Liste der Länder, bei denen die Menschen regelmäßig in Aktien investieren, relativ weit hinten. Daher könnten die Wertpapiere insbesondere in der Niedrigzinsphase eine sehr gute Alternative sein, zumal bei einem langfristigen Anlagehorizont auch keine außergewöhnlich hohen Risiken existieren.

Bevor wir im Folgenden näher auf verschiedene Anlageformen eingehen, möchten wir an dieser Stelle erwähnen, dass nach wie vor das Schulden tilgen meistens die beste Geldanlage ist. Falls Ihnen also ein bestimmter Kapitalbetrag zur Verfügung steht, sollten Sie bevorzugt laufende Kredite (vorzeitig) ablösen. Dies ist in den meisten Fällen sinnvoller, als die Darlehen nebst Kreditzinsen weiter zu bedienen. Allerdings gibt es mittlerweile von dieser goldenen Regel Ausnahmen, was wiederum auf die Niedrigzinssituation zurückzuführen ist. Mitunter sind die Kreditzinsen nämlich geringer als die Renditen verschiedener Geldanlagen, sodass es sogar manchmal Sinn machen kann, einen neuen Kredit aufzunehmen und das daraus resultierende Geld mit einer guten Rendite anzulegen.

Im Folgenden möchten wir Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Formen der Geldanlage geben und dabei vor allem bezüglich der Sicherheit eine Einteilung vornehmen. Zunächst beschäftigen wir uns mit den sehr sicheren Anlageformen, die häufig auch als konservative Geldanlagen bezeichnet werden. Leider haben diese Anlageformen gleichzeitig fast immer den Nachteil, dass zwar die Sicherheit hoch ist, dafür die erzielbare Rendite jedoch umso niedriger. Dies zeigt sich aktuell besonders in der Niedrigzinsphase, sodass Sie bei konservativen Anlageformen derzeit selten mehr als eine Verzinsung in Höhe von einem Prozent erhalten.

Zu den klassischen Geldanlagen, die insbesondere aufgrund des Schutzes durch die Einlagensicherung als äußerst sicher gelten, zählen:

  • Spareinlagen
  • Tagesgeld
  • Festgeld
  • Sparbriefe

Neben diesen Finanzprodukten, die im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung schützen, gibt es noch weitere sichere und gleichzeitig konservative Anlageformen, wie zum Beispiel Geldmarktpapiere und Staatsanleihen, die von Emittenten mit einer sehr guten Bonität ausgegeben werden.

Fazit: Konservative Geldanlagen sind für Sie dann die ideale Anlagelösung, wenn Ihnen die Sicherheit Ihres Geldes mit Abstand am wichtigsten ist und Sie dabei auch auf eine zumindest akzeptable Rendite verzichten können oder wollen. Trotzdem kann es auch für sicherheitsorientierte Anleger sinnvoll sein, nicht das gesamte Kapital ausschließlich in konservative Anlageformen zu investieren.

Neben den konservativen Geldanlagen gibt es natürlich eine Reihe von Anlageformen, die mit einem höheren Risiko ausgestattet sind, jedoch meistens ebenfalls eine bessere Rendite verbriefen. Bei zahlreichen dieser Finanzprodukte ist zudem Ihr persönlicher Anlagehorizont eine äußerst wichtige Größe. So sinkt beispielsweise das Anlagerisiko bei Aktien deutlich mit jedem Jahr, welches Sie in die Wertpapiere investieren können. Im Klartext: Möchten Sie lediglich über einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten in Aktien investieren, ist das Risiko von Verlusten erheblich größer, als wenn Sie beispielsweise einen Anlagehorizont von zehn Jahren aufwärts haben.

Zu den Anlageformen, die gegenüber konservativen Geldanlagen ein höheres Risiko, aber auch meistens eine deutlich bessere Rendite verbriefen, zählen unter anderem:

  • Aktien
  • Anleihen von Emittenten mit mittlerer Bonität
  • Investmentfonds, insbesondere Aktien- und offene Immobilienfonds
  • ETFs
  • Alternative Kapitalanlagen

Wenn es sich darum geht, die passende Geldanlage bzw. den optimalen Anlagemix zu finden, spielt ein Faktor eine wesentliche Rolle: die Anlagedauer. Sie sollten sich unbedingt vor Wahl des Anlageproduktes darüber im Klaren sein, für welchen Zeitraum Sie Ihr zu investierendes Kapital entbehren können bzw. möchten. Die Anlagedauer hat nämlich nicht nur großen Einfluss auf die Sicherheit verschiedener Anlageformen sowie auf die Rendite, sondern ebenfalls auf die Wahl des Anlageproduktes an sich.

Möchten Sie Ihr Geld beispielsweise nur kurz anlegen, weil Sie es vielleicht schon in einigen Monaten anderweitig benötigen, bietet sich insbesondere das Tagesgeld oder auch das Festgeld an. Das Festgeldkonto ist zwar auch für mittel- und langfristig sehr sichere Anlagen geeignet, kann aber bei den meisten Anbietern auch schon ab einer Laufzeit von einem Monat genutzt werden. Möchten Sie Ihr Kapital hingegen täglich verfügbar halten, ist das Festgeld weniger geeignet, sondern stattdessen steht im Grunde mit dem Tagesgeld die einzig sinnvolle Option zur Verfügung.

Meistens müssen Sie allerdings nicht Ihr gesamtes Investitionskapital jederzeit oder kurzfristig verfügbar halten. Daher kommen natürlich noch andere Anlageformen infrage, die mit einer besseren Rendite ausgestattet sind, wie zum Beispiel Aktien, Investmentfonds oder alternative Geldanlagen. Wie ein optimaler Mix aussehen könnte, möchten wir Ihnen im folgenden Abschnitt einmal verdeutlichen.

Angenommen, Sie haben Investitionskapital in Höhe von insgesamt 50.000 Euro zur Verfügung. Ferner nehmen wir an, dass Sie einen Teil des Kapitals jederzeit verfügbar halten möchten, sodass die Anlage sicher sein muss. Ein Großteil des zu Investitionszwecken zur Verfügung stehenden Geldes können Sie jedoch über mehrere Jahre oder teilweise sogar über ein Jahrzehnt hinweg entbehren.

Vor diesem Hintergrund könnte ein optimale Anlage-Mix für Sie beispielsweise wie folgt aussehen:

  • 10.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto anlegen
  • 10.000 Euro in offene Immobilienfonds investieren
  • 10.000 Euro in Staatsanleihen anlegen
  • 20.000 Euro in verschiedene Aktientitel und Aktienfonds investieren

Dieser Anlage-Mix ist natürlich nur ein Beispiel, würde allerdings vermutlich für zahlreiche Anleger tatsächlich eine sehr gute Anlagelösung darstellen. Wichtig ist aber immer, dass Sie Ihr Kapital auf verschiedene Anlagen streuen, was auch als Diversifikation bezeichnet wird.

Zwischenfazit: Damit Sie die passende Anlageform bzw. den richtigen Mix finden können, ist es zunächst einmal wichtig, dass Sie Ihren Anlagehorizont definieren. Zudem ist es mindestens genauso wichtig, dass Sie Ihr zur Verfügung stehendes Geld optimal aufteilen und diversifizieren.

Wie finde ich die optimale private Altersvorsorge?

Die Bundesbürger beschäftigen sich natürlich nicht nur mit dem Thema Geldanlage, also dem einmaligen Investieren einer bereits vorhandenen Anlagesumme. Darüber hinaus ist insbesondere der Vermögensaufbau zum Ziel der privaten Altersvorsorge ein wichtiges Thema. Daher stellt sich neben der Geldanlage häufig die Frage, wie man möglichst optimal fürs Alter vorsorgen kann. Auch in diesem Fall stehen wiederum zahlreiche Bank- und Versicherungsprodukte zur Verfügung, die optimal geeignet sind, um regelmäßig zu sparen und Schritt für Schritt ein Vermögen aufzubauen, welches später für die zusätzliche Altersvorsorge geeignet ist.

In erster Linie sind es die folgenden Finanzprodukte, die zu diesem Zweck angeboten werden:

  • Banksparplan
  • Fondssparplan
  • ETF-Sparplan
  • Aktiensparplan
  • Fondsgebundener Rentenversicherung
  • Klassische private Rentenversicherung
  • Fondsgebundene Kapitallebensversicherung
  • Klassische Kapitallebensversicherung

Von der Rendite aus betrachtet sind sicherlich sowohl Aktien als auch Fonds im Bereich der Geldanlage die beste Lösung. Gleiches gilt allerdings auch für das regelmäßige Sparen, denn in diesem Fall lassen sich mit Fonds-, Aktien- und ETF-Sparplänen langfristig die besten Renditen erzielen.

Tipp 1: Unter Renditegesichtspunkten ist es aktuell am sinnvollsten, wenn Sie sich zum langfristigen Vermögensaufbau für Aktien-, Fonds- oder ETF-Sparpläne entscheiden. Die Rendite liegt durchschnittlich zwischen sechs bis acht Prozent und das Risiko ist aufgrund des langfristigen Anlagehorizontes sehr überschaubar.

Tipp 2: Nutzen Sie insbesondere beim Aufbau einer privaten Altersvorsorge staatliche Förderungen, da Ihnen Geld geschenkt wird. Interessant sind hier vor allem Riester-Förderung, Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie.

Fazit: Informationen einholen und Geldanlage sowie Vermögensaufbau selbst planen

Wenn Sie sich ausführlich zum Thema Geldanlage informieren, können Sie die Anlage Ihres Kapitals sowie den Vermögensaufbau mit gutem Gewissen selbst in die Hand nehmen. Wichtig ist jedoch, dass Sie zunächst Ihren Anlagezweck sowie Ihren Anlagehorizont definieren. Anschließend sollten Sie sich Gedanken zum Thema Rendite, Sicherheit und Flexibilität machen. Ist dies geschehen, gilt es, Ihr Kapital möglichst sinnvoll auf verschiedene Anlageformen aufzuteilen. Wichtig ist auch, die Entwicklung regelmäßig zu kontrollieren und bei Bedarf Änderungen an der Zusammensetzung Ihres Portfolios vorzunehmen. Wenn Sie diese Maßnahmen und die Ratschläge aus unserem Beitrag beherzigen, ist die Chance groß, dass Sie über viele Jahre hinweg die für Sie optimale Geldanlage nutzen können.

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