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Merken   Drucken   07.11.2012, 12:50 Schriftgröße: AAA

FTD-Interview: Verschwundener Finanzinvestor Homm taucht wieder auf

Florian Homm war der rüdeste Finanzinvestor Deutschlands. Mit seinen Attacken auf Unternehmen wie Bremer Vulkan, MLP, Freenet, Sixt oder Borussia Dortmund verdiente er Millionen. Dann tauchte er ab. Mit der FTD sprach er nun, weil er sein Leben im Untergrund beenden will.
© Bild: 2012 Getty Images/Christof Koepsel
Florian Homm war der rüdeste Finanzinvestor Deutschlands. Mit seinen Attacken auf Unternehmen wie Bremer Vulkan, MLP, Freenet, Sixt oder Borussia Dortmund verdiente er Millionen. Dann tauchte er ab. Mit der FTD sprach er nun, weil er sein Leben im Untergrund beenden will.

Der umstrittene deutsche Finanzinvestor und Multimillionär Florian Homm hat sich nach fünf Jahren im Untergrund erstmals wieder zu Wort gemeldet. In einem Interview mit der Financial Times Deutschland kündigt er an, sämtliche Vorwürfe gegen sich ausräumen zu wollen. "Vor allem meine ehemaligen Partner, die mich seit Jahren mit ungerechtfertigten Vorwürfen überziehen, sollten wissen, dass ich nicht mehr alles mit mir machen lasse. Es war einfach ein Fehler von mir, so lange zu schweigen."

Homm war in den 2000er Jahren mit zum Teil rüden Aktionärsattacken auf Firmen wie Bremer Vulkan, MLP , Borussia Dortmund  oder Freenet  bekannt und wohlhabend geworden. Zwischenzeitlich schaffte er es in die Liste der 300 reichsten Deutschen. "Ich war stinkreich, hatte alles, was man als Stinkreicher so hat: Villen, Flugzeug, Privatzoo, Yacht, alles. Aber ich wusste nichts damit anzufangen", sagt er.

Der 53-Jährige war 2007 abgetaucht und hatte sämtliche Geschäftsbeziehungen abgebrochen. Die von ihm gegründete Investmentfirma Absolute Capital Management Holdings fiel daraufhin in sich zusammen. Die Führung des Unternehmens überzog ihn mit Vorwürfen und Klagen, zwischenzeitlich war ein Kopfgeld über 1,5 Mio. Dollar auf den Großneffen des Versandhauskönigs Josef Neckermann ausgesetzt. Homm äußert sich dazu erstmals: "Es gibt ein paar Leute, die mich wirklich kriegen wollen, weil sie glauben, dass bei mir noch viel Geld zu holen ist. Die wollen mich auspressen. Aber die wissen auch: Ich bin ein krasser Typ. Ein Pitbull. Ich gebe denen nichts, die müssen mich schon foltern. Aber die wissen auch, sie müssen sich extrem warm anziehen, wenn sie mich überleben lassen. Die kommen nicht zum Händchenhalten, das Kopfgeld ist ein verklausulierter Mordauftrag." Wie viel von seinem Vermögen von einst rund 300 Mio. Euro noch übrig ist, wollte er nicht sagen.



Dass er sich nun zu einem Interview bereit erklärt hat, ist Teil seiner Resozialisierungskampagne. Homm möchte seine Rechtsstreitigkeiten lösen und sein Leben im Untergrund beenden, das er als "selbstgewähltes Exil" bezeichnet. Dazu hat er seine Autobiographie "Kopf Geld Jagd" geschrieben, die am 15. November im Finanzbuchverlag erscheinen soll. "Ich habe mit dem Buch mehrere Ziele. Erst einmal habe ich meinen persönlichen Augiasstall ausgemistet. Ich habe mir mal in Ruhe überlegt, was für einen Mist ich die ganze Zeit über betrieben habe. Mir geht es darum, junge Menschen davon abzuhalten, dieser blinden Gier nachzugeben. Wenn ich es nur schaffe, eine Seele zu retten, ist das Buch schon ein Erfolg."

Homm hofft, dass die Zeit aggressiver Finanzinvestoren, wie er einer war, vorbei ist. "Ich hoffe das. Von den Leuten, mit denen ich damals in Harvard studiert habe, wollten fast alle ins Investmentbanking, die Unternehmensberatung oder die Hedge-Fonds-Branche. Auf jeden Fall wollten sie alle möglichst rasch ihr persönliches Einkommen maximieren und sonst nicht viel. Eine ganze Generation ziemlich intelligenter Leute. Eigentlich ist das ziemlich traurig."

Lesen Sie das ganze Interview mit Florian Homm heute ab 19.30 Uhr in der digitalen Version der FTD, oder morgen in der Printversion und auf FTD.de

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    © 2012 Financial Times Deutschland
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