Es gebe erste Anzeichen für ein Abschwächen der Nachfrage infolge des hohen Preises, hieß es in dem Bericht. So werde nach Ansicht der IEA das Nachfragewachstum nach Öl aus den USA, größter Verbraucher der Welt, in diesem Jahr nur 2,8 Prozent betragen. Im Januar hatte die IEA noch drei Prozent prognostiziert
Andererseits werde die Versorgungslage enger, weil der Konflikt in Libyen die Reservekapazität der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) stark strapaziere. Zuletzt pumpten die elf an Quoten gebundenen Mitglieder des Kartells 26,51 Millionen Barrel pro Tag in den Markt, so wenig wie zuletzt im Mai 2010.
Die zusätzliche Kapazität der Opec-Länder, die für 40 Prozent der weltweiten Vorräte stehen, betrage noch 3,91 Mio. Barrel pro Tag. Bisher habe eine Produktionsausweitung in Saudi-Arabien, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten dafür gesorgt, dass keine Versorgungskrise entstanden sei. Im zweiten Halbjahr sollte es zu einer deutlich höheren Nachfrage nach Opec-Öl kommen, schätzte die IEA ein.
Die Produzenten könnten derzeit noch durch zusätzliche Ölverkäufe und die Senkung ihrer offiziellen Preise für Entspannung auf dem Markt sorgen.
Die Prognose für die Ölförderung außerhalb der Opec hob die IEA um 100.000 Barrel pro Tag auf 53,7 Mio. Barrel an. Dies liegt vor allem an einem höheren Ausstoß in Kanada. In dem Ahornland gibt es große Mengen an ölhaltigen Sanden, deren Verwertung jedoch erst bei konstant hohen Preisen wirklich rentabel ist.
Zuletzt war der Ölpreis nach einer Phase deutlicher Anstiege wieder etwas gesunken. Grund für den Preisrückgang ist vor allem die gesenkte Wachstumsprognose des Internationalen Währungsfonds für Japan und die USA.