Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den engen Wulff-Vertrauten wegen des Verdachts der Bestechlichkeit. Glaeseker soll dienstliche und private Belange miteinander vermischt haben und sich wirtschaftliche Vorteile verschafft haben. Wulff selbst steht seit Wochen wegen einer Kredit- und Medienaffäre in der Kritik.
Vor dem Hintergrund der Vorwürfe legte Glaeseker kurz vor Weihnachten sein Amt als Sprecher des Bundespräsidenten nieder. Mitte Januar geriet er dann ins Visier der Justiz: Bei einer Razzia durchsuchten Ermittler am 19. Januar die Privat- und Geschäftsräume von Glaeseker und des Eventmanagers Manfred Schmidt.
Merkel steht zu Wulff
Glaeseker soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwischen 2007 und 2009 die Finanzierung der von Schmidt ausgerichteten Veranstaltungsreihe "Nord-Süd-Dialog" im Rahmen seiner damaligen Dienstgeschäfte "gefällig gefördert" haben. Als Gegenleistung soll Glaeseker mehrfach unentgeltlich Urlaube in Feriendomizilen Schmidts verbracht haben. Glaeseker war damals niedersächsischer Regierungssprecher im Rang eines Staatssekretärs.
Trotz der anhaltenden Vorwürfe in der Kredit- und Medienaffäre um Wulff stellte sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erneut hinter das Staatsoberhaupt. In einem Interview der "Bild am Sonntag" machte Merkel deutlich, dass sie nicht mit einem Rücktritt von Wulff rechnet: "Unser Bundespräsident wird viele weitere Akzente für unser Land und unser Zusammenleben setzen."
SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier zeigt sich dagegen besorgt, dass die Affäre um Wulff dem Ansehen Deutschlands in der Welt schadet. Deutschland sei für viele Länder ein Vorbild, was die Sauberkeit in der Politik und die Unabhängigkeit ihrer Verantwortungsträger angehe. "Die Debatte um Wulff nimmt Deutschland sicherlich einiges von diesem Nimbus", sagte Steinmeier der "Welt am Sonntag".