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Merken   Drucken   09.01.2012, 11:55 Schriftgröße: AAA

Britische Kehrtwende: Briten robben sich an Europa ran

Keine britische Hilfe für Schuldenländer - das war bisher die Haltung Londons. Zumindest über eine Aufstockung der IWF-Mittel will Premier Cameron aber mit sich reden lassen. Er knüpft Zugeständnisse aber an Bedingungen.
© Bild: 2011 Reuters/PHILIPPE WOJAZER
Keine britische Hilfe für Schuldenländer - das war bisher die Haltung Londons. Zumindest über eine Aufstockung der IWF-Mittel will Premier Cameron aber mit sich reden lassen. Er knüpft Zugeständnisse aber an Bedingungen.
Der britische Premierminister David Cameron kommt den anderen Euro-Ländern bei der umstrittenen Aufstockung der Mittel für den Internationalen Währungsfonds (IWF) entgegen. Nach einem Bericht der Financial Times will der Regierungschef bei der geplanten Kapitalerhöhung unter Umständen mitmachen. Bislang hatte die konservativ-liberale Regierung einen solchen Schritt abgelehnt.
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Mit den vorgesehenen zusätzlichen 200 Mrd. Euro soll der Fonds in die Lage versetzt werden, hochverschuldeten Ländern besser zu helfen. Großbritannien soll 30 Mrd. Euro beisteuern. Den größten Teil übernimmt die Bundesbank mit 45 Mrd. Euro. Auch die Nicht-Euro-Staaten Polen, Schweden, Dänemark und Tschechien wollen einzahlen. Unter den G20-Staten verweigern die USA und Kanada Hilfe, während Russland mitmacht. Japan und China prüfen dies.
Cameron muss allerdings Rücksicht auf die euroskeptischen Stimmen aus seiner konservativen Partei nehmen. Viele Torys sind gegen Hilfen für die krisengeplagten Länder der Euro-Zone, auch wenn sie mittelbar über den IWF geleistet. Sollten Länder wie Japan, China und Brasilien ihre Unterstützung für den IWF erhöhen, um damit eine Lösung der Schuldenkrise in der Euro-Zone voranzutreiben, würde sich auch Cameron nicht verschließen, zitierte die FT nicht näher genannte Regierungsquellen. "Derzeit gibt es keine Vorschläge, so etwas zu tun, aber ich erwarte, dass die Frage der Ressourcen beim Treffen der G20-Finanzminister im Februar diskutiert werden wird", sagte ein Regierungssprecher.
Am Montag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in Berlin die nächsten Schritte aus der Schuldenkrise in Europa besprechen. Neben den Dauersorgen um die Refinanzierung der verschuldeten Euro-Südländer soll diesmal aber ein anderes Thema im Vordergrund stehen. Denn nach den ständigen Rettungs- und Sanierungsschritten in der Euro-Zone 2011 soll es nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen auch um die Frage gehen, wie mehr Wachstum und Beschäftigung erreicht werden kann.
Merkel und Sarkozy wollen sich aber vor allem mit den Details des künftigen Rettungsschirms ESM und des geplanten Fiskalpaktes befassen. Mit ihm wollen sich voraussichtlich 26 der 27 EU-Länder zu mehr Haushaltsdisziplin verpflichten und so Vertrauen an den Märkten zurückgewinnen. Großbritannien lehnt den Vertrag ab.

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  • FTD.de, 09.01.2012
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