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Merken   Drucken   14.09.2011, 21:23 Schriftgröße: AAA

Euro-Krise: Berlin spielt Bankenrettung durch

Sollte die nächste Tranche der Hellas-Hilfsgelder nicht fließen, "brauchen viele Großbanken sofort Geld", heißt es in Berlin. Hinter den Kulissen wird bereits gerechnet, wie viel - und wie sehr der Rettungsschirm EFSF möglicherweise erweitert werden muss.
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Exklusiv Sollte die nächste Tranche der Hellas-Hilfsgelder nicht fließen, "brauchen viele Großbanken sofort Geld", heißt es in Berlin. Hinter den Kulissen wird bereits gerechnet, wie viel - und wie sehr der Rettungsschirm EFSF möglicherweise erweitert werden muss. von Claudia Kade  Berlin, Peter Ehrlich  Brüssel und André Kühnlenz  Frankfurt
In der Griechenland-Krise stellt sich die Bundesregierung inzwischen auch auf die Möglichkeit einer groß angelegten Bankenrettung ein. "Wenn Internationaler Währungsfonds, Europäische Zentralbank und EU die nächste Hilfstranche für Griechenland nicht freigeben, brauchen viele Großbanken sofort Geld", hieß es in der Spitze der schwarz-gelben Koalition.
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Nach einer Insolvenz des Landes drohe eine Ansteckung anderer Staaten wie Italien. Ein starker Kursverfall bei deren Staatsanleihen würde auch deutsche Banken in Bedrängnis bringen, es könnten Milliardenabschreibungen nötig werden. "Das müssen wir dann mit dem umgebauten Rettungsfonds EFSF auffangen."
In Regierungskreisen hieß es, daher sei es "extrem wichtig", dass der Rettungsfonds rechtzeitig seine erweiterten Möglichkeiten erhalte. Die EFSF soll künftig auch bei der Unterstützung strauchelnder Banken helfen können. Dies müssen aber noch die Parlamente absegnen.
In Deutschland steht das Bundestagsvotum am 29.September an. Probleme gibt es mit politischen Widerständen in der Slowakei und seit Mittwoch auch in Österreich. Die Neuregelung kann aber auch in Kraft treten, wenn die Parlamente beider Staaten noch nicht zugestimmt haben. Nötig ist die Zustimmung der Länder, die für 90 Prozent der Garantien des Rettungsfonds haften.
Die sogenannte Troika aus IWF, EZB und EU richtet ihren Zeitplan bereits so aus, dass eine Bankenrettung möglich wäre. Sie wird frühestens Anfang kommender Woche damit beginnen, die jüngsten Sparbemühungen in Griechenland zu überprüfen. Ihr Votum über die Freigabe der anstehenden 8-Mrd.-Euro-Tranche wird sie nach Angaben von Währungskommissar Olli Rehn erst Ende September abgeben. Bis dahin soll die EFSF ihre neuen Befugnisse erhalten haben.
Die Überlegungen in Berlin und der Zeitplan der Troika zeigen, wie offen inzwischen eine mögliche Insolvenz des Landes mit Verbleib in der Euro-Zone ins Spiel gebracht wird. Nun setzen die Beteiligten offenbar alles daran, das Risiko für den Bankensektor einzudämmen. Auch den griechischen Instituten könne im Fall der Staatspleite geholfen werden, hieß es.

Teil 2: Merkel und Sarkozy wollen Griechen den Euro lassen

  • Aus der FTD vom 15.09.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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