Nach einer Insolvenz des Landes drohe eine Ansteckung anderer Staaten wie Italien. Ein starker Kursverfall bei deren Staatsanleihen würde auch deutsche Banken in Bedrängnis bringen, es könnten Milliardenabschreibungen nötig werden. "Das müssen wir dann mit dem umgebauten Rettungsfonds EFSF auffangen."
In Regierungskreisen hieß es, daher sei es "extrem wichtig", dass der Rettungsfonds rechtzeitig seine erweiterten Möglichkeiten erhalte. Die EFSF soll künftig auch bei der Unterstützung strauchelnder Banken helfen können. Dies müssen aber noch die Parlamente absegnen.
In Deutschland steht das Bundestagsvotum am 29.September an. Probleme gibt es mit politischen Widerständen in der Slowakei und seit Mittwoch auch in Österreich. Die Neuregelung kann aber auch in Kraft treten, wenn die Parlamente beider Staaten noch nicht zugestimmt haben. Nötig ist die Zustimmung der Länder, die für 90 Prozent der Garantien des Rettungsfonds haften.
Die sogenannte Troika aus IWF, EZB und EU richtet ihren Zeitplan bereits so aus, dass eine Bankenrettung möglich wäre. Sie wird frühestens Anfang kommender Woche damit beginnen, die jüngsten Sparbemühungen in Griechenland zu überprüfen. Ihr Votum über die Freigabe der anstehenden 8-Mrd.-Euro-Tranche wird sie nach Angaben von Währungskommissar Olli Rehn erst Ende September abgeben. Bis dahin soll die EFSF ihre neuen Befugnisse erhalten haben.
Die Überlegungen in Berlin und der Zeitplan der Troika zeigen, wie offen inzwischen eine mögliche Insolvenz des Landes mit Verbleib in der Euro-Zone ins Spiel gebracht wird. Nun setzen die Beteiligten offenbar alles daran, das Risiko für den Bankensektor einzudämmen. Auch den griechischen Instituten könne im Fall der Staatspleite geholfen werden, hieß es.