Allerdings ist die Einschätzung der EU-Kommission für Griechenland in Bezug auf die Finanzen und die Konjunktur weiter verheerend. Sie korrigierte in ihre Frühjahrsgutachten die Prognose für die Gesamtverschuldung im laufenden Jahr von 150 auf 157 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nach oben. Im kommenden Jahr werde Athen sogar einen Schuldenstand von 166 Prozent des BIP anhäufen, teilte die Behörde am Freitag mit.
Das Haushaltsdefizit werde in diesem Jahr 9,5 Prozent des BIP betragen. Das sind zwei Prozentpunkte höher als noch im Herbst erwartet. 2012 werde es nur marginal auf 9,3 Prozent sinken, prognostiziere Brüssel.
Nach Auffassung der Kommission bleibt Griechenland trotz der Lichtblick fest in einer Rezession. Im laufenden Jahr erwartet Brüssel ein Minus von 3,5 Prozent gegenüber einem Minus von 3,0 Prozent im Herbstausblick. Im vergangenen Jahr war die griechische Wirtschaft um 4,5 Prozent eingebrochen.
Spekuliert wird, dass die EU-Staaten und der Internationale Währungsfonds (IWF) weitere 60 Mrd. Euro zur Verfügung stellen. An den Märkten rechnet kaum noch jemand damit, dass sich Griechenland wie geplant schon ab 2012 über Staatsanleihen frisches Geld beschaffen kann.
Zweijährige Griechen-Bonds werfen derzeit eine Rendite von 25 Prozent ab, weil niemand die Papiere haben will. Bei Anleihen entwickeln sich Kurse und Rendite gegenläufig.