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Merken   Drucken   13.05.2011, 14:27 Schriftgröße: AAA

Euro-Krise: Griechenland verblüfft mit Wachstum

Während Europa über weitere Hilfsmilliarden für das Mittelmeerland diskutiert, überraschen die Hellenen mit einer positiven Nachricht. Ihre Wirtschaft legte zu Jahresbeginn zu - ungeachtet des drastischen Sparkurses.
© Bild: 2011 AP
Während Europa über weitere Hilfsmilliarden für das Mittelmeerland diskutiert, überraschen die Hellenen mit einer positiven Nachricht. Ihre Wirtschaft legte zu Jahresbeginn zu - ungeachtet des drastischen Sparkurses.
Griechenland hat im ersten Quartal im Vergleich zu den letzten drei Monaten 2010 unerwartet ein Wachstum von 0,8 Prozent geschafft. EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn nannte die Entwicklung ein gutes Zeichen im Kampf gegen die Schuldenkrise. "Was die Wirtschaftsentwicklung in Griechenland anbelangt, ist es ermutigend", sagte er am Freitag in Brüssel. "Es müssen noch in diesem Jahr zusätzliche Sparanstrengungen ergriffen werden. Griechenland ist mit einer sehr ernsten Lage konfrontiert."
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Allerdings ist die Einschätzung der EU-Kommission für Griechenland in Bezug auf die Finanzen und die Konjunktur weiter verheerend. Sie korrigierte in ihre Frühjahrsgutachten die Prognose für die Gesamtverschuldung im laufenden Jahr von 150 auf 157 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nach oben. Im kommenden Jahr werde Athen sogar einen Schuldenstand von 166 Prozent des BIP anhäufen, teilte die Behörde am Freitag mit.
Das Haushaltsdefizit werde in diesem Jahr 9,5 Prozent des BIP betragen. Das sind zwei Prozentpunkte höher als noch im Herbst erwartet. 2012 werde es nur marginal auf 9,3 Prozent sinken, prognostiziere Brüssel.
Nach Auffassung der Kommission bleibt Griechenland trotz der Lichtblick fest in einer Rezession. Im laufenden Jahr erwartet Brüssel ein Minus von 3,5 Prozent gegenüber einem Minus von 3,0 Prozent im Herbstausblick. Im vergangenen Jahr war die griechische Wirtschaft um 4,5 Prozent eingebrochen.
Spekuliert wird, dass die EU-Staaten und der Internationale Währungsfonds (IWF) weitere 60 Mrd. Euro zur Verfügung stellen. An den Märkten rechnet kaum noch jemand damit, dass sich Griechenland wie geplant schon ab 2012 über Staatsanleihen frisches Geld beschaffen kann. Zweijährige Griechen-Bonds werfen derzeit eine Rendite von 25 Prozent ab, weil niemand die Papiere haben will. Bei Anleihen entwickeln sich Kurse und Rendite gegenläufig.

Teil 2: Druck auf Athen

  • Aus der FTD vom 14.05.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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