Wenn etwas geordnet ablaufen soll, klingt das immer gut. Zumal, wenn es sich um etwas so Unangenehmes wie eine Insolvenz handelt, noch dazu die Insolvenz eines Staates. Kein Wunder also, dass Politiker, die wie Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) nun eine Insolvenz Griechenlands ins Gespräch bringen, zugleich betonen, dass es dabei geordnet zugehen soll.
Tatsächlich aber ist ziemlich unklar, wie eine geordnete Insolvenz Griechenlands konkret funktionieren könnte - was das Risiko eines eher chaotischen Ablaufs deutlich verstärkt. Gleichwohl erhielt Rösler am Montag nicht nur Kritik, sondern auch Lob für seinen Vorstoß.
"Ein Insolvenzverfahren für Staaten der Euro-Zone ist sehr sinnvoll. Es ist sogar unbedingt notwendig", sagte etwa der Ökonom Clemens Fuest von der Universität Oxford der FTD. Auch in einer Währungsunion müsse es die Möglichkeit eines "Staatsbankrotts" geben. "Dadurch würden auch die Gläubiger vorsichtiger."
Und auch der ehemalige EZB-Chefökonom Otmar Issing setzte sich dafür ein. Auf einer Veranstaltung der Schleyer-Stiftung sagte er am Montag: "In Griechenland ist ein kräftiger Schuldenschnitt nötig."