Die Geldhäuser sollen einen größeren Beitrag zur Rettung Griechenlands leisten. Nach FTD-Informationen bieten sie einen Forderungsverzicht von 40 Prozent - die Regierungen wollen aber einen Schuldenschnitt von 60 Prozent.
von Peter Ehrlich ,
Wolfgang Proissl ,
Mark Schrörs und Frauke Ladleif, Brüssel
Die Euro-Länder und die Banken haben sich beim EU-Krisengipfel am Sonntag einen heftigen Streit geliefert über die Höhe des Forderungsverzichts, den die Institute in Griechenland hinnehmen wollen. Nach FTD-Informationen boten Bankenvertreter einen Verlust von 40 Prozent an, während die Regierungen der Währungsunion am Abend einen Schuldenschnitt von 60 Prozent forderten.
Die reale Differenz zwischen den beiden Vorschlägen ist noch größer, da die Banken den Verlust auf lange Zeit strecken wollen, während EU-Unterhändler bei einem Gespräch mit dem Bankenverband IIF am Rande des Gipfels eine sofortige Abschreibung verlangten. Hinzu kommt, dass die Bankenvertreter auf Sicherheiten über 55 Mrd. Euro mit der Bestbonitätsnote "AAA" von den Euro-Regierungen beharren. Die Forderungen der Banken seien "ein Witz", sagte ein Euro-Gruppen-Vertreter. Die Euro-Länder haben für den Fonds 35 Mrd. Euro eingeplant.
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Der Streit zwischen den Regierungen und den Banken zeigt die Schwierigkeit, bis kommenden Mittwoch eine umfassende Lösung für die Euro-Krise zu finden. Ein deutlich größerer Schuldenschnitt als die am 21. Juli vereinbarten 21 Prozent ist nötig, weil die griechische Wirtschaft seither abgestürzt ist. Der bisher geplante Abschlag würde bei Weitem nicht die erhoffte Entlastung für Athen bringen. Die Vereinbarung im Juli hätte für die Banken eine echte Abschreibung von 13,5 Mrd. Euro bedeutet, jetzt verlangt die Euro-Gruppe bis zu 80 Mrd. Euro.
Am Mittwoch wollen sich die Staats- und Regierungschefs ein weiteres Mal treffen, um ein Gesamtpaket zur Lösung der Euro-Krise zu beschließen. Das Paket soll neben einem hohen Forderungsverzicht privater Gläubiger in Griechenland eine Rekapitalisierung europäischer Banken und verstärkte Einsatzmöglichkeiten für den Euro-Rettungsfonds EFSF umfassen.
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