Die Journalisten veröffentlichten auf Youtube zwei heimlich gedrehte Videos mit Strasser. Darin erklärte er, er habe bereits fünf Kunden, für die er Gesetze im Europäischen Parlament beeinflusse. Für seine Dienste verlangte der Österreicher jeweils 100.000 Euro pro Jahr. Strasser sagte Vertraulichkeit zu. Er versprach, seine Nebentätigkeit gegenüber dem EU-Parlament nicht offenzulegen Laut "Sunday Times" erwartete er die erste Tranche seines Lobbyinggehalts in der Höhe von 25.000 Euro noch im März. Der Betrag sollte nicht an ihn direkt, sondern an eine seiner Wiener Firmen überwiesen werden.
Strasser selbst erklärte, er habe sich zum Rücktritt entschlossen, weil gegen ihn in Österreich eine Kampagne laufe. Er habe schon bald gemerkt, dass die Journalisten keine Lobbyisten seien, behauptete er. Er sei aber auf ihre Vorschläge eingegangen, um sie enttarnen zu können und bei der österreichischen Staatspolizei anzuzeigen. Anfang März habe er weitere Unterlagen und einen Vertragsentwurf erhalten. "Ich wollte mit diesem zur Polizei gehen", so der Politiker. Dass er die Anzeige bislang nicht erstattet habe, begründete er mit Terminproblemen: "Ich wolle den Chef der Staatspolizei selbst sprechen."
Österreichs Vizekanzler Pröll nannte die Erklärungsversuche "völlig unglaubwürdig". Außenminister Michael Spindelegger zeigte sich über den Rücktritt erleichtert. Die EU-Betrugsbekämpfungsbehörde Olaf kündigte eine Überprüfung der Tätigkeiten des EU-Abgeordneten an.