FTD.de » Politik » Europa » Münchau - Wenn die Notbremse versagt

Merken   Drucken   23.02.2010, 19:51 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Münchau - Wenn die Notbremse versagt  

Manche Krise lässt sich selbst mit größter politischer Entschlossenheit nicht verhindern. Das Ende des Euro könnte so eine sein. von Wolfgang Münchau 
Vor einiger Zeit, während einer Diskussion um die Zukunft des Euro , sagte mir ein erfahrener politischer Kommentator einer großen deutschen Zeitung: ich solle mir keine Sorgen machen. Die in Deutschland politisch Verantwortlichen würden alles daransetzen, um einen Kollaps des Euro zu verhindern. Sie würden rechtzeitig die Notbremse ziehen, so wie jetzt bei Griechenland.
Ich habe ihm noch bis vor Kurzem geglaubt. Wie Leser dieser Kolumne wissen, war ich zwar immer der Meinung, dass der Euro-Raum eine Schönwetterkonstruktion ist, die bei jeder Krise anfängt zu wackeln. Aber einen Einsturz würde man wohl verhindern. Egal ob man die Banken rettet oder Griechenland, egal ob Inflation oder Deflation über uns hereinbrechen, am Ende würde sich ein deutscher Bundeskanzler über die Bedenken der Bedenkenträger hinwegsetzen und die Notbremse ziehen. Auch wenn die "Bild"-Zeitung und eine Mehrheit aufgebrachter Professoren dagegen sind, am Ende würde sich eine Antwort finden. Die Alternative wäre politisch und ökonomisch einfach nicht auszudenken. Wenn der Euro zerbrechen würde, dann wäre schließlich auch die gesamte Europäische Union gefährdet, denn wir würden kaum einen Binnenmarkt akzeptieren, wenn andere Länder durch eine Politik der Abwertung einen permanenten Wettbewerbsvorteil erzielen.

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  • Aus der FTD vom 24.02.2010
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Kommentare
  • 02.03.2010 10:18:22 Uhr   AllesSchonGehabt: Den Südländern kann man das nicht zumuten.....

    " Eine reale Abwertung von über 20 Prozent oder mehr - wie sie jetzt nötig wäre... Es gibt natürliche und politische Anpassungsgrenzen an eine so hohe reale Abwertung. "
    Sehr geehrte Herr Münchau,
    ich möchte gern mal eine realistische empirische Einschätzung des Realverlustes der Westdeutschen seit der Wiedervereinigung incl. aller Schulden, der Steuererhöhungen (Soli, MWst.etc.), der Vernichtung der Sozialsysteme, des Infrastrukturstillstands und der wahren Inflation sehen. Was sind da 20% ????

  • 24.02.2010 14:34:12 Uhr   Beate: Frankreich
  • 24.02.2010 10:01:25 Uhr   WPJ: Im Prinzip stimmt es
  • 24.02.2010 09:27:15 Uhr   Florian G.: deflatorische Abwärtsspirale
  • 24.02.2010 00:56:18 Uhr   Oswald Spengler: In the long view we're all dead
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