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  FTD-Spezial FTD-Serie: Labor Europa

Seit dem Ausbruch der Krise ist der Kontinent in Aufruhr. Europa kämpft um seinen Wohlstand. Die Mitgliedstaaten erleben historische Sparprogramme, dramatische Rettungsaktionen und große Machtverschiebungen. Die FTD zeichnet das gigantische Experiment nach - in Reportagen, Kommentaren und Grafiken.

Merken   Drucken   03.08.2010, 11:00 Schriftgröße: AAA

Labor Europa: Ein Problem, zu viel Chaos  

Kommentar Die Erfahrungen der Finanzkrise haben gezeigt, dass die Euro-Zone so leicht nicht untergeht. Um Europa aber dauerhaft zu stabilisieren, ist eine gemeinsame fiskalpolitische Institution nötig. von Daniel Gros
Daniel Gros ist Direktor des Centre for European Policy Studies in Brüssel.
Um eine Finanzkrise zu lösen, müssen Geld- und die Fiskalpolitik zusammenwirken. Da die Geldpolitik in der Euro-Zone vereinheitlicht ist, die Fiskalpolitik aber in der Verantwortung der Nationalstaaten verbleibt, überrascht es nicht, dass Europa mit dieser Finanzkrise so seine Schwierigkeiten hat. Europas Finanzmärkte konnten nicht wirklich stabilisiert werden, denn es hat sich als unmöglich erwiesen, die Finanzpolitik der unterschiedlichen Länder zu bündeln. In einem Währungsraum sind die Finanzmärkte miteinander so vernetzt, dass eine punktuelle Schwäche in einem Land oder einem Sektor immer das gesamte System destabilisieren kann.
Doch Europa fehlt eine gemeinsame Institution, die über die erforderlichen fiskalpolitischen Instrumente zur Stabilisierung des Finanzsystems verfügt. Die Mitgliedsstaaten haben zwar die Instrumente, um Banken und Finanzmärkte zu stabilisieren, doch ihre Anwendung wird von rein nationalen Erwägungen und Interessen diktiert.
Kein Mitgliedsstaat wird seine nationalen Steuergelder für das europäische Gut der Systemstabilität einsetzen. Anders gesagt: Europa steht vor einem grundlegenden Problem des kollektiven Handelns.

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  • FTD.de, 03.08.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 03.08.2010 17:25:41 Uhr   Gekränkter: unwillige Bevölkerung

    auch ich habe vernommen, als was man uns Stimmvieh inzwischen in den abgehobenen Kreisen bezeichnet. Ich muss bei der Erklärung des Begriffs Demokratie irgendwie nicht ganz anwesend gewesen sein....
    Und jetzt zum Merken Herr Gros:
    Wir sind nicht Eure Dummies. Wir lassen uns auch nicht mehr freiwillig! in sinnlose Vorhaben führen wie schon zu oft. Und wir glauben auch nicht mehr, dass ihr dieses Projekt richtig geplant und aufgestellt habt. Kein Mensch kann erkennen, wo hier ein roter Faden ist. Ein Land wird aufgenommen, welches brutal frisierte Daten liefert und überhaupt nicht geschäftsfähig ist für dieses Projekt. Die Aufnahme in diese Projekt-Gemeinschaft sollte eine Auszeichnung für zukunftsfähige Spitzenwirtschaft sein. Wir wollten ein globaler Wachstumstreiber werden, kein überschuldeter Siechhaufen. Europa sollte für die Spitzenkräfte dieser Welt ein Magnet werden. Jetzt hört ein großer Teil schon auf, Kinder zu zeugen und die anderen wissen nicht mehr, ob sie im Alter noch eine Rente haben, oder besser gleich von der Brücke springen. Es geht aufwärts, weiter so. Gefallen tun mir nur noch die europäischen Länder, die sich aus der EU clevererweise heraushalten.

  • 03.08.2010 15:08:12 Uhr   Horst Müller: Der Autor erkennt Probleme, die wir
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