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Merken   Drucken   25.05.2012, 10:00 Schriftgröße: AAA

Pläne zur Einlagensicherung: Für die Kanzlerin ein Angebot zur Güte

Die Bundeskanzlerin lehnt Eurobonds kategorisch ab. Vielleicht könnte sie den Plänen zu einer europäischen Einlagensicherung eher zustimmen? Das Vertrauen in die Banken würde steigen.
© Bild: 2012 Reuters/YIORGOS KARAHALIS
Leitartikel Die Bundeskanzlerin lehnt Eurobonds kategorisch ab. Vielleicht könnte sie den Plänen zu einer europäischen Einlagensicherung eher zustimmen? Das Vertrauen in die Banken würde steigen.

Banken fürchten sich zu Recht vor der Angst ihrer Kunden: In Griechenland heben verunsicherte Sparer große Geldsummen ab, in Spanien und Portugal kann schnell das Gleiche passieren. Sie wollen ihre Barreserven sichern, bevor Geldautomaten nur noch stark entwertete Drachmen oder Peseten ausspucken. Das ist menschlich nachvollziehbar, aber es verschärft die Krise.

Das Vertrauen in die Banken muss dringend wiederhergestellt werden, um einen Bank-Run zu verhindern. Genau das kann ein europäischer Einlagensicherungsfonds leisten, wie ihn Italiens Premierminister Mario Monti jüngst auf dem EU-Gipfel vorgeschlagen hat. Die Banken der Euro-Zone würden zentral beaufsichtigt und private Sparkonten gemeinsam garantiert.

Zugegeben, die Idee ist nicht gerade neu. Aber jetzt könnte sie Angela Merkel eine Brücke bauen. Eurobonds lehnt die Kanzlerin strikt ab, auch deshalb, weil sie ihre Glaubwürdigkeit nicht einbüßen will. Die Zustimmung zu einer gemeinsamen Einlagensicherung wäre für sie politisch nicht ganz so brisant.

Ein europäischer Einlagenschutz wäre auch praktisch und juristisch einfacher durchzusetzen als gemeinsame Staatsanleihen. Die bestehenden Fonds sind schon heute keine rein nationale Angelegenheit mehr. In den Sicherungsmechanismus der deutschen Privatbanken sind zum Beispiel auch die hiesigen Töchter von Auslandsbanken wie der Bank of Scotland mit einbezogen.

Eine paneuropäische Bankenaufsicht und Einlagensicherung kann die kausale Verbindung von Banken- und Staatsschuldenkrise durchbrechen. Es darf nicht sein, dass Banken in Schieflage immer gleich den Staat ins Wanken bringen, weil er kaum mehr in der Lage ist, die erforderlichen Milliarden aufzutreiben. Gäbe es einen europäischen Sicherungsfonds, würden auch die Renditen auf Staatsanleihen sinken.

  • Aus der FTD vom 25.05.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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Kommentare
  • 30.05.2012 17:57:51 Uhr   DerWolff: nackten Männern in die Taschen langen...

    Treffen sich 12 "Freunde" auf einer Party, 9 davon sind praktisch pleite und einer der Neun hat die Idee : Machen wir doch einen gemeinsamen Fonds, der unsere individuelle Zahlungsfähigkeit garantiert und bedienen wir diesen mit unserem jeweiligen "Vermögen"
    Würden Sie als einer der 3 NICHT-Pleitekandidaten solch einem Plan zustimmen??....EBEN!

  • 29.05.2012 17:33:37 Uhr   khaproperty: Symptombehandlung
  • 25.05.2012 19:19:28 Uhr   susi: Europäische Einlagensicherung?
  • 25.05.2012 11:32:06 Uhr   Honsen: Das soll Vertrauen schaffen?!
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